Die Alten werden vom Fernsehen betäubt
Florian Rötzer 14.07.2010
Das Problem ist wohl nicht nur, dass die Menschen zu früh zu Fernsehsüchtigen erzogen werden, sondern dass die Sucht mit dem Alter steigt.
Allerdings ist natürlich nicht nur das Alter für die Höhe des Fernsehkonsums bestimmend, sondern dieses wird nach der Studie von weiteren Variablen beeinflusst: Wer in der letzten Woche nicht gearbeitet hat, ein Mann ist, wenig verdient, schlecht ausgebildet ist und/oder alleine lebt, sieht auch mehr in die Glotze. Sie erweist sich damit nicht nur als psychoaktives Beruhigungsmittel, sondern auch als Ausweg für Einsamkeit und Phantasielosigkeit bzw. Unwissenheit, wie man seine Zeit anders verbringen könnte. In allen Altersgruppen steht Fernsehen ganz vorne, man muss sich wirklich fragen, ob unsere Gesellschaften, die gerade erst einmal seit wenig mehr als einem halben Jahrhundert unter die TV-Medienglocke getaucht ist, ein Leben ohne Fernsehkonsum unbeschadet durchstehen könnten. Und die älteren? Sie sind zunehmend gesellschaftlich abgeschaltet und werden gehalten wie Vieh im Käfig, das mit inszenierter Unterhaltung und bewegten Bildern in den Tod geführt wird, weil eine Tötung gegen die guten Sitten verstößt. Das Non-Stopp-Fernsehen ist der kleine und indirekte Tod.
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http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32956/1.html
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