http://tammox.blogspot.com/2011/03/da-hat-jemand-den-hosenanzug-voll.html
Da hat jemand den Hosenanzug voll.
Vorweg:
Nein, es sind keine neuen Erkenntnisse über Atomkraftwerke, die jetzt aus Japan vorliegen - es ist ganz im Gegenteil der klassische Falle eines GAUs - die Brennstäbe lassen sich nicht mehr kühlen; die Kernspaltung gerät außer Kontrolle, es kommt zur Schmelze. Weswegen die Kühlung ausfällt - Stromversorgung, Flugzeugsabsturz, Terroranschlag, Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbruch, menschliches Versagen, Dilettantismus, … - ist für einen anschließenden GAU oder Super-Gau irrelevant.
„Eine wirkliche Energierevolution“ hatte Frau Merkel vor ein paar Monaten noch den Ausstieg aus dem Atomausstieg genannt. Es gäbe gar keine Alternative, da sonst die deutsche Stromversorgung nicht gewährleistet wäre.
Gebetsmühlenhaft haben CDU, CSU und FDP betont, die deutschen Atomkraftwerke wären sicher.
Im Angesicht von drei Landtagswahlen in den nächsten 14 Tagen, gibt Merkel nun plötzlich zu, daß sie zuvor gelogen habe. Ganz so sicher wären die Altreaktoren Isar1 und Neckarwestheim nun doch nicht. Eine wenig überraschende Erkenntnis, denn wenn das Risiko kalkulierbar WÄRE, müßte die Politik die AKW-Betreiber nicht faktisch von der Haftpflichtversicherung befreien.
Zwei gegen Flugzeugsabstürze nicht gesicherte Kernkraftwerke werden nun doch sofort abgeschaltet.
Die Angst der CDU-Chefin vor einem Machtverlust im atomophilen Baden Württemberg ist gigantisch.
Also steigt die Kanzlerin aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus.
Für drei Monate.
(Dann wird es möglicherweise einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Austieg geben.)
Mehr traut sich die ängstliche Kanzlerin aus Furcht vor der Lobbymacht der vier großen Atomkonzerne nicht zuzusagen.
Selten hat man eine Regierung so konfus erlebt. Am Sonntag war die Forderung, dass die deutsche Atompolitik nach Fukushima komplett überprüft gehört, für Schwarz-Gelb noch eine Art Kampagne von Rot-Grün. Nun ist dies die offizielle Linie der Bundesregierung. Die Wahrheit ist bei Angela Merkel eine Frage des Zeitpunkts.
(Stefan Reinecke 14.03.11)
Morgen will sich die Regierungschefin mit den Ministerpräsidenten der Atom-Bundesländer und Rainer Brüderle treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Eine interessante Einladungspolitik, die Frau Merkel da betreibt - es werden nämlich ausschließlich Politiker mit ihr beraten, die der Verlängerung der Laufzeiten und den schwächeren Sicherheitsbestimmungen zugestimmt hatten.
Kernkraftkritiker werden im Kanzleramt nicht angehört.
Was ist eigentlich Sicherheit?
Offensichtlich eine Frage der Wahrscheinlichkeit und zudem davon abhängig wie gut die (finanziellen) Beziehungen zum Atomquartett sind.
Die Zickzack-Kanzlerin hatte eben noch moderne Sicherheitsstandards, die Gabriel 2009 eingeführt hatte, zusammen mit Röttgen wieder abgeschafft.
Nun gelten wieder die Standards von vor 30 Jahren, damit sechs bis acht Uralt-Rumpelraktoren weiterlaufen können.
Sicher sind nach schwarzgelben Vorstellungen immer noch alle drei Chaosreaktoren, die ich als Hamburger vor der Nase habe:
Das AKW Brunsbüttel, (Bau 1970, quasi baugleich mit dem Fukushima-Typ), bisher 462 Störfälle, Das AKW Krümmel, (Bau 1972), bisher 321 Störfälle und das AKW Brokdorf, (Bau 1976), bisher 210 Störfälle - alle drei betrieben von E.on und Vattenfall.
Unser roter Regierungschef König Olaf I. gehört aber auch zu den Politikern, die gar nicht gefragt werden.
Das Volk wird von Merkel und Westerwelle weiter einem Risiko ausgesetzt, welches völlig überflüssig ist. Deutschland verfügt nämlich über riesige Überkapazitäten.
Tatsächlich ist es so, daß der viele überflüssige Atomstrom die Netze verstopft, so daß zusätzlicher aus regenerativen Quellen gewonnener Ökostrom nicht eingespeist werden kann.
In den letzten Jahren ist es schon vorkommen, daß bis zu sieben von den 17 AKWs wegen Störfällen oder Revisionen abgeschaltet waren; ohne daß irgendeine Steckdose leer gewesen wäre.
Sieben Meiler könnten sofort abgeschaltet werden - ohne dass eine Stromlücke entsteht. […] Technisch ist es möglich, mehrere Meiler sofort abzuschalten. Atomkraftbefürworter warnen zwar oft vor einer Stromlücke, die angeblich entsteht, wenn man Reaktoren vom Netz nimmt. Doch dafür gibt es keinen Beleg. Im Gegenteil: Eine einfache Rechnung zeigt, dass Deutschland über große überschüssige Kapazitäten verfügt, die für die Stromversorgung gar nicht benötigt werden. […] Wenn man die 2008 gemessene Rekordspitzenlast von 82 Gigawatt als Ausgangswert für den maximalen deutschen Strombedarf nimmt und noch einmal 15 Prozent - also zwölf Gigawatt - als Puffer für Revisionen und Ausfälle draufschlägt, hätte man noch immer einen enormen Überschuss an Kapazitäten. Würde man die sieben ältesten Atommeiler, deren Laufzeiten Schwarz-Gelb gerade um acht Jahre verlängert hatte, abschalten, wäre der Ausfall zu verschmerzen.
(Stefan Schultz 14.03.11)
Aber reale Argumente, Fakten und nüchterne Überlegungen spielen bei der „Physikerin der Macht“ keine Rolle. Schwarzgelb handelt auch ökonomisch widersinnig - schon jetzt gibt es 340.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien - gegen über gerade mal 30.000 Arbeitsplätzen in der Atomwirtschaft. Auch das interessiert Merkel nicht.
Drohende Wahlniederlagen in Stammbundesländern der Union schon.
Angela Merkel, der Union und der Koalition ist am Wochenende der Himmel auf den Kopf gefallen. Der atomare GAU von Fukushima ist der politische GAU der Koalition. Der größte anzunehmende Störfall zum schlimmsten politischen Moment. Merkel, die Ungefähre, hatte im Herbst vergangenen Jahres einmal klare Kante gezeigt, und das ausgerechnet in der Frage der Atompolitik. Sie wollte sich abheben vom anderen politischen Lager, wollte polarisieren, kündigte den Atomkompromiss von Rot-Grün auf und verlängerte die Laufzeit der Kernkraftwerke in Deutschland um zwölf Jahre. Schon damals konnte man darauf kommen, dass diese Entscheidung eine schwere Fehlentscheidung war, dass die Verlängerung der Restlaufzeiten der deutschen Atomkraftwerke ihre eigene Restlaufzeit als Kanzlerin verringern könnte. Ein kapitaler Fehler. Jetzt hat Merkel versucht, diesen Fehler rückgängig zu machen. Übers Wochenende hatte sie im Rahmen ihrer verbliebenen Möglichkeiten dagegen angeredet, dass der Störfall von Japan etwas mit den verlängerten Laufzeiten der deutschen AKW zu tun habe. Aber weder Herr Deppendorf, der sie befragte, noch Frau Merkel selbst sahen so aus, als könne man der Atom-Dialektik der Kanzlerin einen hohen Grad an Überzeugung abgewinnen. Mit anderen Worten: Die Kanzlerin wirkte, als glaube sie den Quatsch selber nicht, den sie da gerade erzählte.(Christoph Schwennicke 14.03.2011)
Nein, es sind keine neuen Erkenntnisse über Atomkraftwerke, die jetzt aus Japan vorliegen - es ist ganz im Gegenteil der klassische Falle eines GAUs - die Brennstäbe lassen sich nicht mehr kühlen; die Kernspaltung gerät außer Kontrolle, es kommt zur Schmelze. Weswegen die Kühlung ausfällt - Stromversorgung, Flugzeugsabsturz, Terroranschlag, Tsunami, Erdbeben, Vulkanausbruch, menschliches Versagen, Dilettantismus, … - ist für einen anschließenden GAU oder Super-Gau irrelevant.
„Eine wirkliche Energierevolution“ hatte Frau Merkel vor ein paar Monaten noch den Ausstieg aus dem Atomausstieg genannt. Es gäbe gar keine Alternative, da sonst die deutsche Stromversorgung nicht gewährleistet wäre.
Gebetsmühlenhaft haben CDU, CSU und FDP betont, die deutschen Atomkraftwerke wären sicher.
Im Angesicht von drei Landtagswahlen in den nächsten 14 Tagen, gibt Merkel nun plötzlich zu, daß sie zuvor gelogen habe. Ganz so sicher wären die Altreaktoren Isar1 und Neckarwestheim nun doch nicht. Eine wenig überraschende Erkenntnis, denn wenn das Risiko kalkulierbar WÄRE, müßte die Politik die AKW-Betreiber nicht faktisch von der Haftpflichtversicherung befreien.
Zwei gegen Flugzeugsabstürze nicht gesicherte Kernkraftwerke werden nun doch sofort abgeschaltet.
Die Angst der CDU-Chefin vor einem Machtverlust im atomophilen Baden Württemberg ist gigantisch.
Also steigt die Kanzlerin aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus.
Für drei Monate.
(Dann wird es möglicherweise einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Austieg geben.)
Mehr traut sich die ängstliche Kanzlerin aus Furcht vor der Lobbymacht der vier großen Atomkonzerne nicht zuzusagen.
Selten hat man eine Regierung so konfus erlebt. Am Sonntag war die Forderung, dass die deutsche Atompolitik nach Fukushima komplett überprüft gehört, für Schwarz-Gelb noch eine Art Kampagne von Rot-Grün. Nun ist dies die offizielle Linie der Bundesregierung. Die Wahrheit ist bei Angela Merkel eine Frage des Zeitpunkts.
(Stefan Reinecke 14.03.11)
Morgen will sich die Regierungschefin mit den Ministerpräsidenten der Atom-Bundesländer und Rainer Brüderle treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Eine interessante Einladungspolitik, die Frau Merkel da betreibt - es werden nämlich ausschließlich Politiker mit ihr beraten, die der Verlängerung der Laufzeiten und den schwächeren Sicherheitsbestimmungen zugestimmt hatten.
Kernkraftkritiker werden im Kanzleramt nicht angehört.
Was ist eigentlich Sicherheit?
Offensichtlich eine Frage der Wahrscheinlichkeit und zudem davon abhängig wie gut die (finanziellen) Beziehungen zum Atomquartett sind.
Die Zickzack-Kanzlerin hatte eben noch moderne Sicherheitsstandards, die Gabriel 2009 eingeführt hatte, zusammen mit Röttgen wieder abgeschafft.
Nun gelten wieder die Standards von vor 30 Jahren, damit sechs bis acht Uralt-Rumpelraktoren weiterlaufen können.
Sicher sind nach schwarzgelben Vorstellungen immer noch alle drei Chaosreaktoren, die ich als Hamburger vor der Nase habe:
Das AKW Brunsbüttel, (Bau 1970, quasi baugleich mit dem Fukushima-Typ), bisher 462 Störfälle, Das AKW Krümmel, (Bau 1972), bisher 321 Störfälle und das AKW Brokdorf, (Bau 1976), bisher 210 Störfälle - alle drei betrieben von E.on und Vattenfall.
Unser roter Regierungschef König Olaf I. gehört aber auch zu den Politikern, die gar nicht gefragt werden.
Das Volk wird von Merkel und Westerwelle weiter einem Risiko ausgesetzt, welches völlig überflüssig ist. Deutschland verfügt nämlich über riesige Überkapazitäten.
Tatsächlich ist es so, daß der viele überflüssige Atomstrom die Netze verstopft, so daß zusätzlicher aus regenerativen Quellen gewonnener Ökostrom nicht eingespeist werden kann.
In den letzten Jahren ist es schon vorkommen, daß bis zu sieben von den 17 AKWs wegen Störfällen oder Revisionen abgeschaltet waren; ohne daß irgendeine Steckdose leer gewesen wäre.
Sieben Meiler könnten sofort abgeschaltet werden - ohne dass eine Stromlücke entsteht. […] Technisch ist es möglich, mehrere Meiler sofort abzuschalten. Atomkraftbefürworter warnen zwar oft vor einer Stromlücke, die angeblich entsteht, wenn man Reaktoren vom Netz nimmt. Doch dafür gibt es keinen Beleg. Im Gegenteil: Eine einfache Rechnung zeigt, dass Deutschland über große überschüssige Kapazitäten verfügt, die für die Stromversorgung gar nicht benötigt werden. […] Wenn man die 2008 gemessene Rekordspitzenlast von 82 Gigawatt als Ausgangswert für den maximalen deutschen Strombedarf nimmt und noch einmal 15 Prozent - also zwölf Gigawatt - als Puffer für Revisionen und Ausfälle draufschlägt, hätte man noch immer einen enormen Überschuss an Kapazitäten. Würde man die sieben ältesten Atommeiler, deren Laufzeiten Schwarz-Gelb gerade um acht Jahre verlängert hatte, abschalten, wäre der Ausfall zu verschmerzen.
(Stefan Schultz 14.03.11)
Aber reale Argumente, Fakten und nüchterne Überlegungen spielen bei der „Physikerin der Macht“ keine Rolle. Schwarzgelb handelt auch ökonomisch widersinnig - schon jetzt gibt es 340.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien - gegen über gerade mal 30.000 Arbeitsplätzen in der Atomwirtschaft. Auch das interessiert Merkel nicht.
Drohende Wahlniederlagen in Stammbundesländern der Union schon.
Angela Merkel, der Union und der Koalition ist am Wochenende der Himmel auf den Kopf gefallen. Der atomare GAU von Fukushima ist der politische GAU der Koalition. Der größte anzunehmende Störfall zum schlimmsten politischen Moment. Merkel, die Ungefähre, hatte im Herbst vergangenen Jahres einmal klare Kante gezeigt, und das ausgerechnet in der Frage der Atompolitik. Sie wollte sich abheben vom anderen politischen Lager, wollte polarisieren, kündigte den Atomkompromiss von Rot-Grün auf und verlängerte die Laufzeit der Kernkraftwerke in Deutschland um zwölf Jahre. Schon damals konnte man darauf kommen, dass diese Entscheidung eine schwere Fehlentscheidung war, dass die Verlängerung der Restlaufzeiten der deutschen Atomkraftwerke ihre eigene Restlaufzeit als Kanzlerin verringern könnte. Ein kapitaler Fehler. Jetzt hat Merkel versucht, diesen Fehler rückgängig zu machen. Übers Wochenende hatte sie im Rahmen ihrer verbliebenen Möglichkeiten dagegen angeredet, dass der Störfall von Japan etwas mit den verlängerten Laufzeiten der deutschen AKW zu tun habe. Aber weder Herr Deppendorf, der sie befragte, noch Frau Merkel selbst sahen so aus, als könne man der Atom-Dialektik der Kanzlerin einen hohen Grad an Überzeugung abgewinnen. Mit anderen Worten: Die Kanzlerin wirkte, als glaube sie den Quatsch selber nicht, den sie da gerade erzählte.(Christoph Schwennicke 14.03.2011)
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1462500
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/akw-moratorium-laufzeit-atomkraft
Auch Mappus hat Fracksausen, und betont nun plötzlich das christliche Menschenbild...
Es ist genauso übelkeitserregend, wie das Verhalten zuvor, wie sie sich an die verstörten Wähler heranwanzen, und noch irgendwelche Blumentöpfe zu gewinnen versuchen, um sich danach wieder aus allem davonzustehlen, und weiter zu machen.
http://www.cop2cop.de/2011/03/14/atomkraft-nicht-weitermachen-wie-bisher/

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