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Menschenrecht als Grundlage

Die Arbeit an diesem Blog bezieht sich auf menschenrechtliche Grundlagen.

-Art. 5 Abs. 1 S. 1 Grundgesetz (Meinungsfreiheit)
-Art. 5 Abs. 1 S. 2 Grundgesetz (Informationsfreiheit)
-Art. 5 Abs. 1 S. 3 Grundgesetz (Pressefreiheit)
-Art. 5 Abs. 1 S. 4 Grundgesetz (Zensurverbot)
-Art. 19 Allgem. Erkl. der Menschenrechte sowie Art. 19 Uno-Zivilpakt (Meinungs- und Informationsfreiheit auch Staatsgrenzen überschreitend)
-Art. 1 von Uno-Resolution 53/144 (schützt das Recht, sich für die Menschenrechte zu engagieren)

Trotzdem sehe ich mich dazu gezwungen, gewisse Kommentare zu überprüfen, und gegebenenfalls nicht zu veröffentlichen. Es sind dies jene, die sich in rassistischer Weise gegen andere Menschen richten - gewalttätige Inhalte enthalten - Beschimpfungen, etc. Derlei Inhalte kann ich nicht damit vereinbaren, dass sich dieses blog für Menschenrechte einsetzt - und zwar ausnahmslos für alle Menschen.

Mein Blog ist ab 18 Jahren, denn ab da kann man voraussetzen, dass der Mensch denkt...

...und ausserdem nicht mehr mit den Umtrieben der Ministerin von der Leyen gegen Websiten in Schwierigkeiten kommt, wenn er einen blog lesen will.

Im Übrigen gilt Folgendes für die verlinkten Seiten:

Hinweis:
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten sind. Dieses kann – laut Landgerichtsurteil – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

So bleibt hier vorsorglich festzustellen, dass wir weder Einfluss auf die Gestaltung noch auf den Inhalt dieser gelinkten Seiten haben und uns auch nicht dafür verantwortlich zeichnen. Dies gilt für ALLE auf dieser Seite vorhandenen Links.



Montag, 28. Juni 2010

http://www.veteranstoday.com/2010/06/28/a-sickening-in-the-gulf-stream/


A Sickening in the Gulf Stream

June 28, 2010 posted by Bob Higgins

[Editor's note: This began as a comment this morning to "Oil spill: The nightmare becomes reality" a Carl Hiaasen piece on the arrival of BP's poisonous gusher of crud on the shores of Pensacola.]
Originally posted at my site Bob Higgins
Carl,
You’re right; it is difficult for people living far from our coasts to feel the horrible weight of this disaster.
I live in Ohio but have lived on the coasts of California and North Carolina. I have also lived through and helped clean up an oil spill near San Francisco in 1970 or thereabouts. I have friends and family though who have never seen or at least never lived near the sea and had it become, as seems inevitable to me, a part of them.
If you sit on a hill overlooking your local harbor or coastal area (a fat dune will do) and watch the ebb and flow of the ocean, its cycle of life, through days and nights, its tides, the winds shifting from onshore to offshore, the ceaseless march of crabs and gulls of all the limitless life of the sea you will soon notice another ebb and flow.
If you watch carefully you will see the people of the coast as they come to the water for their food, for their work, for play, for the simple enrichment of their souls. Watch them as their boats go to sea and return, as shops and restaurants and parking lots fill and empty, as beaches are walked and waves are ridden and music wafts on the salt breeze, as lines are cast and reeled in, as castles are built in the morning sand and washed away by the evening tide.
It is greed that interrupted this human tide, greed and arrogance and haste and insensitivity to life beyond my understanding.
Some who do not survive this outrage, this insult to Earth and man, live far from the coast but still hear the surf and feel the spray and the wind and the laughing gulls and the sounds of children at play with castles and kites.
This evil event, this tragedy of human irresponsibility, this monstrous crime of rampant greed kills the idea, the very memories of Earth and peace and safe tranquil places and replaces them with a horizon of derricks, a landscape of refineries, terrible vistas of smog and smoke and burning choking realities of filth and death.
The wars that we wage against each other will never be won. They are not meant to be won, only waged, to be carried on continuously, gathering resources and wealth and power in an ugly and lustful cycle of futility.
The war that we wage against this Earth, our earth, can only be lost.
Bob Higgins
Related story:
You Are Still Underestimating How Deadly the BP Gulf Oil Spill Will Be

ad sinistram: Macht die Diktatur komplett!

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Old Man River




http://www.radio-utopie.de/2010/06/28/delta-blues-ol-im-mississippi/


Delta-Blues: Öl im Mississippi

Von petrapez | 28.Juni 2010

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat am Sonntag das Mississippi-Delta erreicht – Arbeiter der Säuberungsteams dürfen nicht mit örtlichen staatlichen Umweltschutzbehörden und Amt für Maritime Ressourcen sprechen
Zum ersten Mal wurden dicke Ölklumpen und klebrige Substanzen festgestellt, die aus der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon stammen. (Grafik: United States Geological Survey / Wikipedia)
Das Öl verunreinigte zwei touristische Strände bei Ocean Springs, etwa 10 Meilen (16 Kilometer) östlich von Biloxi sowie einen Strand, der von der Fischereiwirtschaft genutzt wird, in dessen Nähe sich ein Binnensee anschliesst. Wildhüter fanden dort schon einen mit Öl verschmutzten Pelikan. Staatsbeamte und die Küstenwache befürchten, dass das erst der Anfang ist und erwarten, dass noch mehr Öl angespült wird und dass die BP-Vertragspartner, die mit der Reinigung der Küstengewässer beauftragt sind, ihre Arbeit beginnen.
Earl Etheridge, ein Sprecher der Mississippi-Behörde für Umweltschutz sagte
“Wir würden jetzt mit dem Reinigen beginnen, können es aber nicht, weil BP alle unsere Mitarbeiter hat. Uns steht dafür auch kein Geld zur Verfügung.”
Die Organisation zur Eindämmung und Reinigung wird nach gemeinsam von Bund, Ländern und örtlichen Beamten festgelegten Richtlinien durchgeführt, auf die nun gewartet werden muss und was zu grossen Frustrationen bei den Einwohnern führt. (1)
Der Blog Gulflive berichtete, dass am Sonntag auch in den Sümpfen von Belle Fontaine bis zum Golf Park Estates Öl angespült wurde.
“Bisher hatten wir Glück gehabt, aber ich denke, dass es zur Neige geht. Die grösseren Brocken sind leichter zu reinigen, nicht so jedoch die kleineren, die in die Sümpfe vordringen, diese Stücken sind schwieriger zu beseitigen.”"
sagte ein Beamter von Root of the Jackson County Recreation Department. In diese beiden Gebiete wurden Säuberungsteams entsandt.
Wie es hiess, durften weder diese Arbeiter noch sonstiges zu ihnen gehörendes Personal mit den Beamten der staatlichen Umweltbehörde oder dem Amt für Maritime Ressourcen sprechen.
Sprechverbot der Clean up Teams mit staatlichen Beamten, die für Umweltschutz und Meer zuständig sind und gemeinsam zusammen arbeiten müssten, um diese Umweltzerstörung gemeinsam zu bekämpfen – das ist nicht normal. Schliesslich handelt es sich nicht um störende Schaulustige oder neugierige Reporter. Aber selbst dann wäre diese Anordnung nicht nachvollziehbar.
Das Mississippi-Delta ist ein Schmelztiegel der Kulturen: Ureinwohner, Europäer, ehemalige afrikanische Sklaven, karibische und asiatischer Einfluss formte eine komplexe und vielschichtige Gesellschaft.
Dort entwickelte sich der Delta-Blues, von dem hier einige alte historische Aufnahmen als Kostprobe zu Gehör gebracht werden sollen:
Big Bill Broonzy-Baby Please Don’t Go

” Ragged And Dirty ” WILLIE BROWN (1942) Delta Blues Guitar Legend

Charlie Patton – Moon Goin Down 1930

Skip James – Cypress Grove Blues

Quellen:
(1) http://alertnet.org/thenews/newsdesk/N27239968.htm
(2) http://blog.gulflive.com/mississippi-press-news/2010/06/oil_hits_jackson_county_beache.html
http://blog.gulflive.com/mississippi-press-news/2010/06/oil_hits_jackson_county_beache.html

Wochenbeginn



Die Gedanken wandern, schlaflos fast wird diese Nacht bleiben, ich bin hellwach.

Morgen ist Termin bei der Arbeitsagentur - in der Hauptsache wegen meines lieben Mannes. Wir hoffen,- dass er weiterhin Arbeit haben wird.

Es geht um Verlängerung, oder nicht. Er will arbeiten, denn es macht ihm Spass. Danach fragt aber heute keiner mehr. Auch nicht danach, dass er ein wunderbarer Mensch ist, und noch wunderbarer wäre, wenn es dieses System nicht geben würde, das jeden von uns allen auf seine Weise immer wieder fertig macht.



Ich wünsche allen Besuchern dieses Blogs einen guten Wochenbeginn.

In der Geschichte bei Rolling Stones war noch etwas mehr enthalten, als McChristals Lästereien - look and read - klick the Links

http://www.veteranstoday.com/2010/06/27/real-story-in-rolling-stone-article-were-fing-losing-this-thing/


Real Story in Rolling Stone Article: “We’re f***ing losing this thing.”

June 27, 2010 posted by Michael Leon · Leave a Comment
Real Story in Rolling Stone Article: Inner Circle Knows Afghanistan War Facts Would Kill Remaining Public Support

LOS ANGELES – While the country focused on the fall of General Stanley McChrystal following Michael Hastings’ explosive Rolling Stone article,* a notable story was buried in the piece: top military officials know that public awareness of the facts of the war would greatly erode public support. “If Americans pulled back and started paying attention to this war, it would become even less popular,” a senior adviser to McChrystal says. While administration officials frantically attempt to reassure Congress and the American people that the U.S. is making progress, Brave New Foundation’s new Rethink Afghanistan video exposes the very different picture of the war painted by officials quoted in the article.
To view missed excerpts, watch the latest Rethink Afghanistan video:
http://act.bravenewfilms.org/go/40?akid=1152.29662.w4MtFe&t=3
Bluntly summing up the state of the war, Staff Sergeant Kennith Hicks was quoted by Hastings saying, “We’re f***ing losing this thing.” Brave New Foundation’s new video highlights the real story in the Rolling Stone article: that of an unwinnable war in Afghanistan.
*Rolling Stone, June 22, 2010 “The Runaway General”
http://act.bravenewfilms.org/go/173?akid=1152.29662.w4MtFe&t=5

Feuer frei! - Angriffsziel: Das Internet



http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57844

Kapital und Arbeit - Klarheit des Zwischenverhältnisses



Das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit wurde geklärt in der Beliebigkeit der Moralen.

Ende der 70er Jahre, als die Genossen noch nicht so sehr mit den Bossen des Kapitals verkungelt waren, schien es, als wären sie besser placiert im Lebenskampf. Das erwies sich als Täuschung, denn es ging immer nur darum, das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit zu klären.

Fragen wir heute Frau Merkel, dann ist für sie in dieser Hinsicht fast alles geklärt, und für die anderen Parteien auch. Worauf will das alles hinaus? - so fragt sich der Wähler bänglich. Wie kann er nur fragen? Er hat die Bedürfnisse jener zu erfüllen, die alles geklärt haben.

Während die Naiveren damals noch glaubten, dass mit den Sozen eine Chance bestünde, war für andere Nachdenkliche klar, dass nach der Klärung der Verhältnisse die wirkliche Beherrschung alles dessen, was Welt ist, was kreucht und fleucht und Inhalt ist, erst so richtig an Fahrt zulegen würde.

Das Schuften durch Wirtschaften überwinden war einer der Träume, und viele waren nah dran,- auf Kosten der anderen sind sie es teilweise noch. Mit den Jahren des Produktivismus nahm die Ausbeutung schon damals Fahrt auf. zerstörte das alte Selbstverständnis der Menschen, auch und allmählich jenes der Sozialisten.

Immer schon schrieb sich der Sozialismus zu, dass in ihm die wahren Bedürfnisse der Menschen erkannt seien, und nicht jene, die nur Warenfetischen dienen. Darum auch sind die Sozialisten die Ersten, die bei den sozialen Bedürfnissen der Menschen sparen, und den Armen noch weniger lassen, als zuvor - denn sie geben vor zu wissen, dass der Mensch fast nichts braucht.

Doch inzwischen gibt es auch bei den Sozen Bosse, und diese sparen bei sich selber gerade nicht. Auch sie vermögen es nicht mehr, alleine und ausschliesslich in ihrer Geschöpflichkeit unter Geschöpfen das zu erkennen, was tatsächlich notwendig wäre. Inzwischen entledigen sich auch die anderen Parteien ihrer Bedürfnisse, allerdings auf andere Art, als dies erst vorgesehen war. Entsorgt wird alles Natürliche, und eben nicht die Fetische.

Wir alle sind dabei, uns des Bedürfnisses nach Kindern zu entledigen. Irgendwie passt das nicht mehr in die entpersönlichte und nur auf Einzelwesen zugeschnittene Gesellschaft. Jeglicher Trost ist uns verwehrt - jener der Lebensgemeinschaften, der Kinder, der Freundschaften. der Gemeinschaft mit Tieren, der privaten Stille. Selbst der Vogelgesang am Sommermorgen hindert nur noch am Ausschlafen vor der nächsten Arbeitsagentur-Schinderei, und wird verflucht.

Wenn die Menschen ein wenig Zeit haben, wird etwas davon noch konsumiert, die Erfüllung eines Bedürfnisses stellt es erst einmal nicht mehr dar. Politik und Wirtschaft haben sich zusammen getan, zusammen mit der Kriminalität, und geben den Menschen vor, dass sie sich gefälligst ihre Bedürfnisse sonstwohin schmieren sollen. Die Entfremdung hat längst Fortschritte gemacht, so dass die Bedürfnisse nun andere sind, - teurer auch,- wodurch diese nur noch für die Bosse der Bosse, die Politiker der Politiker, die Besten der Besten noch bezahlbar sind.

Genau dies ist aber das System, das ansatzweise schon in der DDR vorhanden war. Es war damals nicht so krass wie heute und hier, aber eben im Ansatz erkenntlich. Genau das ist es, was Kanzlerin Merkel also kann, und darin ist sie nicht weit weg von den Genossen, deshalb passte diese Koalition auch so gut. Nur, wer sagt es denen, wenn sie zu weit gehen? Sie hören ja nicht darauf...

Immer noch bilden sich zu viele Menschen ein, dass sie die Parole der Macht besitzen, im ganzen Kosmos, denn schliesslich haben sich ja keine Ausserirdischen gemeldet. Daraus leitet die Menschheit das Recht ab, sich allem zu bemächtigen, dessen sie habhaft wird. Dazu gehören auch Menschen unter Menschen - die aufsteigende Klasse ordnet sich alle anderen unter, das war schon immer so, und ist auch heute der Fall.

Während dann allmählich den Regierenden schon klar war, wohin die Reise gehen sollte, sich einige Insider schon mal verplapperten über das, was an Plänen in den Schubladen wartete, träumten die anderen weiter. Die Träumenden ahnten nicht, dass auch die Sozen inzwischen so weit vorangekommen waren, den Begriff der Ausbeutung auf die Höhe der Zeit zu hieven. Die Menschen insgesamt, bis auf einige Wenige, hatten vergessen, dass immer dort, wo Ausbeutung stattfindet und sogar aktualisiert wird, dieser Vorgang einen Grund hat: Die Moral wurde aufgegeben und zur Abdankung gezwungen.

Als alle dann unter der Regierung mit Kanzlerin Merkel und ihren Genossen zu sich kamen, nachdem Kanzler Schröder zuvor endlich Vorarbeit geleistet hatte, gab es vereinzelt ein Erschrecken: Der Mensch war zum Feind seiner selbst geworden, und seiner Zukunft. Denn als Feind seiner selbst als Mensch war der Einzelne auch zum Feind der Ungeborenen geworden, neben der Tatsache, dass es die schon lebenden Zukünftigen schon recht schwer hatten.

Doch weiter ging es mit den Laborversuchen an lebender Materie, - weiter mit der Gesundschrumpfung und Kasteiung des Humankapitals, das nun plötzlich zu viel vorhanden war. Alle arbeiten heftig daran, dass sie sich ihr Waterloo bereiten, ihr Vietnam des Lebens - das Waterloo der Menschlichkeit ist längst eingetreten.

In diesem Fall ist es eben egal, welche Interressen und Bedürfnisse tatsächlich jene wären, die dem Leben dienlich sind. Genauso handeln ja auch inzwischen die Sozen - es ist ihnen gleichgültig geworden, ausser es geht darum, bei anderen anzuordnen, um zu sparen, um irgendetwas durchzusetzen. Doch eine Logik in allem haben die Reichen und Regierenden vergessen: Sie können es mit ihren Möglichkeiten vielleicht länger hinausschieben, dass sie rasch vergiftet, ebenfalls ausgebeutet, unterjocht sind. Irgendwann jedoch wird sie das alles ebenfalls einholen.

Es wird geplündert, als ginge es darum, daraus ein finales Feuerwerk für den Untergang der Menschheit zu machen. Zwang und Entfremdung wurden geleugnet, kamen jedoch selbstverständlich erst recht zum Zuge. Es ging nie darum, den Verzicht abzuschaffen, sondern darum, Verzicht zu aktivieren - und zwar geschickt getarnt und immer so, dass es die Bürger (Wähler) nicht merken sollten.

Wir stehen vor dem Abgrund in den wir irgendwann hinabsteigen müssen, um die Wahrheit endlich deutlich sehen zu können: Jene die uns fehlgeleitet hatte, und wir müssen nach diesen Erkenntnissen die Kraft haben, weiterzuleben so lange das noch möglich ist.

Eines dürfen wir dabei aber nicht übersehen: Jene, die uns führen wollen, die uns sagen, wo es langzugehen hat, weil sie ja von allem ge- bzw. übersättigt sind - von der Macht des Wissens genauso, wie von allem anderen - haben keine Ethik. Selbst, wenn sie behaupten, eine zu leben, dann ist diese beliebig geworden - eben gerade unter dieser Sättigung. Darin wurden die Moralen erlegt, wie alles andere auch.

Sonntag, 27. Juni 2010

Wir wissen nichts - we don't Know

Dan Rather

We Don't Know


That's not a sentence we, as Americans, like to hear. But after talking to scientists on the Gulf Coast and in other parts of the country about the oil gusher now more than eight weeks old, "we don't know" is something I heard a lot. And it's scary.

We hoped for better answers when we set out to do a careful scientific report on the effects of all that oil in the water for this week's special edition of my weekly news magazine program
Dan Rather Reports. But reality is as murky as the water when you're trying to measure an unprecedented event in complex ecosystems. You don't get the concrete assurances that reporters, policy makers and the general public crave. 

Look Video and read more:

http://www.huffingtonpost.com/dan-rather/we-dont-know_b_620897.html

Zuerst war es die Art zu lieben, dann die Familien, dann die Nachbarschaften, nun sind die Freundschaften dran - die zerstört werden. Orwell könnte stolz sein...

,,,wenn er tatsächlich ein Handbuch im Sinne gehabt hätte, mit dem was er schrieb. Denn der Westen setzt es inzwischen überperfekt um, insbesondere Amerika.

In einem englischsprachigen Artikel zeigt zeigt Stanislav Mishin vom Mat Rodina Blog in der Pravda auf, wie das so läuft:



http://english.pravda.ru/opinion/columnists/26-06-2010/114027-orwell-0


Would Orwell Be Proud?

26.06.2010 Source: Pravda.Ru URL: http://english.pravda.ru/opinion/columnists/114027-orwell-0

It would seem, just like with Benjamin Franklin’s satire on the idea of day light savings time (now a standard all over the world and led by the Anglos), Orwell’s 1984 was not taken as a warning but instead as a guide book on how to “properly” structure Anglo society and the West in general, as well as the structures of foreign policy.
Particularly, one must pay attention to the social aspects of that bee hive, loyalty to the state structures.
All Marxist regimes have attempted to force the loyalty of the people to the State, definitely not to God or Family. All made examples of the “heroes” of the State, people who betrayed their own families to the authorities. These “heroes” and those who emulated their examples, however, were always a minority, as society’s basic structures have always endured any such shocks and pressures and preserved themselves.
In the West, specifically the Anglo West, a more insidious program has been ongoing, for over two generations. The Marxist elites have learned from failed past lessons that radical change to an organism will invoke a defense response in the organism and is bound to failure or to destroy the organism. The Marxists do not want a destroyed organism, they want it healthy and strong, just working in the directions that they desire.
To that end, they have taken a multi-generational approach. First came the “Free Love” of the 1960s, a disease that spread throughout the West, undermining relationships and creating a view that transient sexual relations were ok. This of course had the desired effect to undermine the family structure, with children being born and growing up with either one parent or multiple sets of parents, as their own biological parents divorced and remarried and so on multiple times.
Then came the trend named Cocooning, through various technologies and mass media, to isolate neighbor from neighbor. People no longer felt that they were part, and thus loyal to a community. They no longer felt and were less drawn to the group moral structure, being able to exploit any kinks in their own psyches to any degree they wanted. After all, as long as you like it, in your own little world, what does anyone else’s opinion matter? Ever notice how the number of crazy people in the West is growing? I see it here in Russia, though it is still in a minor stage as compared to the West. Every time I visit a Western country, I am shocked at how much more insane the public at large appears.
Now come the final programs to separate the individual from all strong and formal bonds to society, at large. A new series of programs, in the US and UK aimed at “preventing” bullying and thus “saving” the child is working to destroy cliques and make children more “inclusive”. While on the surface this seems to appear like a noble idea, like most of the most deadly and evil of the Progressive ideas, it is in truth, one of vile evil.
What the program does, is destroy any meaningful relationships that a child has. As is, most children in the West, especially in America, lead extremely structured and paranoid lives, where even their play time is controlled by adults so that they get “value” out of it. As if children are some worker drones and play for fun is not full of value of its own. Ever watch American cartoons like Builder Bob or SpongeBob Square Pants, we have all of these through the magic of satellite television. All show perfect little worker drones whose only major enjoyment of life is not art or friendship but work, work and obeying their owners, first and foremost.
“I think it is kids’ preference to pair up and have that one best friend. As adults — teachers and counselors — we try to encourage them not to do that,” said Christine Laycob, director of counseling at Mary Institute and St. Louis Country Day School in St. Louis. “We try to talk to kids and work with them to get them to have big groups of friends and not be so possessive about friends.”
“Parents sometimes say Johnny needs that one special friend,” she continued. “We say he doesn’t need a best friend.
A Best Friend? You Must Be Kidding
Of course your elites do not think so, friendship builds loyalty and a morality of its own, in a Progressive Marxist state, loyalty can and must only be manifest towards one entity: the State. There can be no other competitor for the attention or the needs of the individual, because there can be no individuals. Friends do not surrender each other, they tend to do the opposite, cover and support, thus give hope. Only the State can have that role.
Many parents have already been co-opted in to breeding and raising the worker drones and storm troopers of the future, who may very well turn on them. Most are to ignorant to realize what they are doing. From the same article:
For many child-rearing experts, the ideal situation might well be that of Matthew and Margaret Guest, 12-year-old twins in suburban Atlanta, who almost always socialize in a pack. One typical Friday afternoon, about 10 boys and girls filled the Guest family backyard. Kids were jumping on the trampoline, shooting baskets and playing manhunt, a variation on hide-and-seek.
Neither Margaret nor Matthew has ever had a best friend. “I just really don’t have one person I like more than others,” Margaret said. “Most people have lots of friends.” Matthew said he considers 12 boys to be his good friends and says he sees most of them “pretty much every weekend.”
The process is of course well organized and institutionalized. Again, from the same article:
As the calendar moves into summer, efforts to manage friendships don’t stop with the closing of school. In recent years Timber Lake Camp, a co-ed sleep-away camp in Phoenicia, N.Y., has started employing “friendship coaches” to work with campers to help every child become friends with everyone else. If two children seem to be too focused on each other, the camp will make sure to put them on different sports teams, seat them at different ends of the dining table or, perhaps, have a counselor invite one of them to participate in an activity with another child whom they haven’t yet gotten to know.
“I don’t think it’s particularly healthy for a child to rely on one friend,” said Jay Jacobs, the camp’s director. “If something goes awry, it can be devastating. It also limits a child’s ability to explore other options in the world.”
So Anglos, the generations that is starting to come into adulthood will finally have all those core Anglo values, or rather new core Anglo values, that your sage Orwell warned you about. You must be so proud.
Stanislav Mishin
Mat Rodina Blog





http://zmag.de/artikel/ersetzt-petraeus-mcchrystal-oder-obama


Ersetzt Petraeus McChrystal oder Obama?

von Paul Craig Roberts

25.06.2010 — Foreign Policy Journal / Antikrieg.com

— abgelegt unter:
 
Unser launenhafter Präsident kann nicht ertragen, dass ein General Dampf ablässt. Auch keines der verdorbenen Kinder, aus denen „unsere“ Regierung in D.C. besteht, der Hauptstadt der „Supermacht.“
Generäle haben die Kriege auszutragen, die Zivilisten beginnen, entweder infolge der Inkompetenz ihrer Diplomatie oder der Arroganz ihrer Überheblichkeit. Generäle haben junge Soldaten in den Tod zu schicken aufgrund von Dummheit oder Ehrgeiz oder Bestechlichkeit von zivilen Regierungspolitikern.
Alles, was McChrystal getan hat war Dampf abzulassen. Ein richtiger Präsident hätte das zur Kenntnis genommen und das wär´s gewesen.
Verstehen Sie mich nicht falsch. McChrystal ist ein Militarist und ich freue mich, dass er weg ist.
Wie auch immer, McChrystal hat nicht Amerikas Aggression gegen Afghanistan neu begonnen. Das tat die Pfeife Obama.
Die Menschen wählten Obama, weil sie genug hatten von den auf Lügen aufgebauten Kriegen Bushs. Obama gab uns einen neuen Krieg in Pakistan und fachte den Afghanistankrieg von neuem an. Niemand weiß, worum es in diesen Kriegen geht oder warum die bankrotte Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika riesige Summen verschleudert, die sie vom Ausland borgen muss, um die Menschen in zwei Ländern hinzumorden, die uns nie etwas getan haben.
Gerade wie Bush/Cheney und deren verbrecherische neokonservative Regierung die Welt belogen haben, Saddam Hussein verfüge über „Waffen der Massenvernichtung“, die weiße Menschen überall bedrohten, hat Obama die Taliban und al Qaeda in einen Topf geworfen. Obama verkaufte den weißen Ländern die Geschichte, dass weiße Menschen von der Ausrottung durch al Qaeda-Terroristen bedroht sind, solange nicht die Vereinigten Staaten von Amerika bestimmen, wie und von wem Afghanistan beherrscht wird.
Der vielsagendste Aspekt des McChrystal-Obama-Zwischenfalls ist, dass er niemanden in der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika oder in den Medien veranlasst hat, die Frage aufzuwerfen, warum die Vereinigten Staaten von Amerika nach neun Jahren immer noch Frauen und Kinder in Afghanistan töten. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist bereit, alle außer sich selbst vor das Kriegsverbrechertribunal zu stellen.
Fred Branfman erinnert uns in seinem Artikel in AlterNet vom 22. Juni daran, dass fünf Millinen Iraker getötet, verwundet, gefoltert und vertrieben wurden durch eine amerikanische Invasion, die auf der Grundlage von Lügen erfolgte, die von den höchsten Politikern in der amerikanischen Regierung verbreitet wurden. Trotzdem ist bisher noch niemand zur Verantwortung gezogen worden.
Aber General McChrystal wird dafür zur Verantwortung gezogen, dass er Dampf abgelassen hat.
Nachdem der römische Senat, die gesetzgebende Einrichtung, zusammengebrochen war, wurden die Cäsaren, der exekutive Bereich, zu Gefangenen des Militärs. Jetzt, wo General Petraeus einmal mehr in den Vordergrund geholt wurde als McChrystals Ablösung in Afghanistan, bereitet die Pfeife Obama den Weg für die Nominierung von Petraeus zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den nächsten Wahlen. Obama hat sich also selbst abgelöst mit einem Mann, der Militär und exekutiven Bereich zusammenführen wird.
Jennifer Loven und Anne Gearan von Associated Press schreiben am 23. Juni über den „bewunderten und streng disziplinierten General David Petraeus,“ den „Architekten des Umschwungs im Irakkrieg,“ der „wieder einmal die Führerschaft in einer schwierigen Kriegssituation übernimmt.“
Petraeus ist eine entwickelte Form eines Generals. Er „gewann“ im Irak durch die Zahlung von Schutzgeld an die Sunniten, die sich effektiv gegen die Okkupation der Vereinigten Staaten von Amerika zur Wehr setzten. Petraeus rechnete aus, dass es viel billiger und effizienter ist, die Sunnis auf die militärische Gehaltsliste der Vereinigten Staaten von Amerika zu setzen und sie dafür zu bezahlen, dass sie aufhörten zu kämpfen. Auf diese Weise endete der Krieg zwischen den Sunniten und den Amerikanern. Um die Amerikaner aus den weitreichenden gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Sekten herauszuhalten, in denen nach wie vor Iraker hingeschlachtet werden, wurde das Militär der Vereinigten Staaten von Amerika auf entfernte Stützpunkte beschränkt.
Wenn die Geschichte ein Lehrmeister ist, werden auch die Afghanen Petraeus´ Schutzgeld akzeptieren, so dass Petraeus gerade genügend Zeit hat, den Afghanistankrieg vor der nächsten Präsidentenwahl zu kaufen.
Die Afghanen werden natürlich das Geld nehmen und uns aussitzen, gerade wie es die Iraker tun.
Dieses gesamte Drama spielt sich ab, obwohl es immer noch keinen stichhaltigen Grund für die amerikanischen Invasionen in Irak und Afghanistan gibt. Die Idioten in Washington, die versuchen zu diktieren, wie Irak und Afghanistan beherrscht werden sollen, zerstören die verfassungsmäßige Regierung in den Vereinigten Staaten von Amerika. In unserer Überheblichkeit, zu bestimmen, wie Irak und Afghanistan beherrscht werden, verlieren wir unsere eigene Regierung.


"Fürchtet Euch nicht" - Versuch gegen die Angstpolitik, oder gegen die Angst der Politik




Joachim Gauck

»Habt weniger Angst«

Er sei links, liberal und konservativ, sagt Joachim Gauck von sich. Wofür steht der Präsidentschaftskandidat? Ein Gespräch.

Mehr lesen:
http://www.zeit.de/2010/26/Praesidentschaftskandidat-Joachim-Gauck

"Über die Verhältnisse gelebt", sagen Kanzlerin Merkel und Minister Westerwelle von den Menschen...

...und wen meinen sie damit? Das hier vielleicht?

http://www.randzone-online.de/?p=6606


Frauen erledigen weltweit zwei Drittel der Arbeit

Von Gastautor | 27. Juni 2010

Laut UNO werden zwei Drittel der Arbeit auf der Welt von Frauen erledigt, die Hälfte der Lebensmittel werden von Frauen produziert. Dabei verdienen sie nur zehn Prozent des weltweiten Einkommens und besitzen nur ein Prozent des Eigentums. Fast zwei Drittel der Armen auf der Welt sind Frauen. Dies sagte der Präsident des UN-Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC), Hamidon Ali, gestern in einer Pressekonferenz. Er wies allerdings nicht darauf hin, daß diese Welt kapitalistisch ist.


Oder vielleicht meinen sie dies hier:

http://www.randzone-online.de/?p=4488


Ernährungs-Gipfel: Verwaltung des Hungers

Von Gastautor | 20. November 2009
Täglich verhungern nach Angaben des ehemaligen UN-Sonderberichterstatters Jean Ziegler 47.000 Menschen auf der Welt, alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Und gestern ging in Rom erneut ein Gipfeltreffen der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zu Ende, ohne irgend eine konkrete Maßnahme gegen den wachsenden Hunger zu beschließen! Die Regierungschefs der reichen imperialistischen Länder glänzten sogar durch Abwesenheit. In der Abschlusserklärung wird wieder nur die schon seit 1996 zum wiederholten Male geäußerte Absicht erklärt, die Zahl der Hungernden bis 2015 halbieren zu wollen. Das stößt weltweit auf wachsende Kritik. Den Hungernden seien lediglich “Brotkrümel” angeboten worden, klagte die Hilfsorganisation Oxfam an.

Und Rosmarie Bär von “Alliance Sud”, der Arbeitsgemeinschaft der großen Schweizer Hilfswerke, stellt fest: “Die Staatengemeinschaft hat sich offenbar entschieden, den Hunger von Gipfel zu Gipfel zu verwalten, statt ihn zu bekämpfen.“ Aus dem Text der Abschlusserklärung in Rom wurde sogar der Hinweis gestrichen, dass im letzten Jahr auf dem G8-Gipfel in Laquila für einen “Treuhand-Fonds der Industriestaaten gegen den Hunger” 20 Milliarden Dollar versprochen - und nie eingezahlt wurden. Das wurde noch unter dem Eindruck der Hungerrevolten in einer Reihe von Ländern zugestanden. Angesichts der Billionen schweren “Rettungspakete” für marode Banken war allerdings auch dieses “Angebot” schon eine Verhöhnung der über eine Milliarde hungernden Menschen in der Welt.
Allein die EU-Staaten haben 1.700 Milliarden Euro bereitgestellt, um den Kreditmarkt zwischen den Banken wieder zu beleben. Das Budget für das Welternährungsprogramm (WFP) wurde dagegen von 6 auf 3,2 Milliarden US-Dollar gekürzt. Vor drei Monaten erst hat die Uno die Mahlzeit für eine Million Schüler und Schülerinnen in Bangladesch ersatzlos gestrichen.
Angesichts spekulativ in die Höhe getriebener Nahrungsmittelpreise in den Entwicklungsländern wächst die Zahl der Hunger leidenden Menschen unaufhaltsam. Darüber hinaus verschärft die weltweite Wirtschaftskrise die Armut. Sie wird von Großinvestoren aus imperialistischen Ländern dazu genutzt, in armen Ländern Ackerland aufzukaufen, um die weltweite Lebensmittelproduktion kontrollieren oder auch mit Agrarsprit Höchstprofite einfahren zu können. Schon in den letzten zwei Jahren haben sie 33 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland in Afrika und Asien gepachtet oder gekauft, die nun für die lokale Versorgung fehlen. Zugleich sinken die Einkommen ständig und die Arbeitslosigkeit steigt rapide an.
Sorgen machen sich Vertreter des WFP nun um den weltweiten sozialen Frieden: “Menschen, die nicht genügend zu essen haben, revoltieren, emigrieren oder sterben.” Damit sei die “Ernährungssicherheit eine Frage der nationalen Sicherheit”, hieß es am Dienstag in einer Erklärung von WFP-Direktorin Josette Sheeran (dpa, 17.11.09). Wenn die Bevölkerung wieder auf die Barrikaden geht, dann werden auch die Regierungschefs der imperialistischen Länder wieder aktiv werden - allerdings nicht, um den Hunger zu bekämpfen, sondern um die Destabilisierung solcher Regierungen in den armen Ländern zu verhindern, die gegen “Cash” den imperialistischen Ausbeutern Tür und Tor öffnen. Die Völker der Welt können keine wirkliche Hilfe von den Imperialisten im Kampf gegen den Hunger erwarten. Das ist die Botschaft von Rom. Gegen dieses menschenverachtende, kapitalistische System den Kampf aufzunehmen, ist die richtige Konsequenz aus diesem Gipfel.
Quelle: rf news online, 19.11.2009


 

Bachmann-Preis

Literaturtage - ja, so etwas gibt es auch noch. In Klagenfurt war mal wieder der Wettbewerb schreibender Menschen. Dieses Jahr hat einer gewonnen, der kein Germanistik Studium aufweisen kann. Kunst studieren, das hat er irgendwann einmal probiert, und dann abgebrochen.  In den verschiedensten Berufen arbeitete er, Totengräber, Stegreifpoet, Tischler, Performance...

Er hat sich durchgeschlagen und geschrieben, sich beworben, und wurde nun Gewinner des Bachmann-Preises. Seine Geschichte über seine Kindheit, in der er von den Eltern in der DDR in einem Kinderheim abgegeben worden war, entschied den Wettbewerb zu seinen Gunsten.

Peter Wawarzinek - eigentlich geboren als Peter Runkel im Jahre 1954 in Rostock - lebt heute in Berlin.

Hier seine Geschichte:

http://bachmannpreis.eu/de/texte/2633



 Ich finde dich /

 Rabenliebe 

 

Peter Wawerzinek

Ich habe gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe ich dem Teufelskreis der Erinnerung. Schreibend bin ich tiefer ins Erinnern hineingeraten als mir lieb ist.

SCHNEE IST DAS ERSTE, woran ich mich erinnere. Verschneiet liegt rings die ganze Welt, ich hab nichts, was mich freuet, verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet, der Wind nur geht bei stiller Nacht, und rüttelt an dem Baume, da rührt er seinen Wipfel sacht und redet wie im Traume. Es schneit sanft in den Ort hinein. Danach gewinnt der Schneefall an Stärke. Es ist so oft Winter in meinem Kopf. Es schneit so häufig, dass ich denke, in meinen Kinderheimjahren hat es nur Schnee, Winter und Eiseskälte gegeben. Ich sehe mich eingemummelt. Frost und Rotz klebt an der Nase. Ich bin das ewige Winterkind unter Winterkindern beim täglichen Schneemannbauen. Es ist November. Ich sitze in einem großräumigen Automobil, einer schwarzen Limousine. Ich bin vier Jahre jung und in dem riesigen Automobil. Schneeweiß ist die Landschaft, die ich in Erinnerung habe. Der Fahrer ist ein dunkler Schattenriss. Ein mit Schneefall versehener Tag ist der Tag, den ich als ersten Tag meines Lebens erinnere. Ein tiefgrauer Tag, der morgens rötlich aufzieht und schön zu werden scheint. Ein verdunkelter, mit Wolken bedeckter Tag, der sich hinter einer Wolkendecke verkriecht, sich den Tag über als Tag nicht sehen lassen mag, dem Schnee das Terrain überlässt, der aus diesem grauen Himmel wie aus einer alten Pferdedecke geklopfter Staub umherwirbelt. Wie der Hase bei seinem Lauf über den Acker den Igeln nicht davonlaufen kann, ruft der Schnee mir zu: bin schon da. Ach bittrer Winter, wie bist du kalt, hast entlaubet den grünen Wald, hast verblüht die Blümlein, die bunten Blümlein sind worden fahl, entflogen ist uns die Nachtigall, entflogen, wird je sie wieder singen.

In der vergangenen Woche starb in Schwerin die fünf Jahre alte Lea-Sophie. Ihre Eltern hatten sie verhungern lassen. Eine Woche vor ihrem Tod hatte der zuständige Sozialarbeiter nicht darauf bestanden, das Kind zu sehen. Gegen das Jugendamt laufen Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung.

ICH BEFINDE MICH auf dem Weg zu einem Kinderheim. Ich habe keine Ahnung, wohin es mit mir geht, weiß nicht, was mich am Ende der Fahrt erwartet. Ich sitze in einer Limousine. Frühe herrscht. Nebel steht in der Landschaft. Im Nebel wird der ruhende Ackerstein durchsichtig. Im Nebel erscheinen all die Dinge in der Natur wie in eine Kristallschale hineingelegt. Im Nebel wird das Leichte gewichtiger als ein Planet an Masse in die weltliche Waagschale wirft. Das Unscheinbare ist erst in all seiner nebulösen Unklarheit innig zu erleben. Der an einem gewöhnlichen Tag ignorierte, große, stumme, unscheinbar am Wegrand schlafende Ackerstein, seht doch genauer hin, er tritt wacher aus dem Nebel hervor, gewinnt an Würde. Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt, im kalten Golde fließen. Leben ist Nebel und Nebel ist Leben. Rückwärts wie vorwärts gelesen mögen die zwei Worte Nebeleben und Lebenebel in Gold gefasst auf meinem Grabstein stehen. Nebel weiß ich um mich, der es gut mit mir meint.

DAS FELD LIEGT wie ein Nachthemd aus. Mir ist als hörte ich eine Krähe rufen. Ich verehre seither Krähen. Ich bewahre mir von diesem ersten, mir bewusst werdenden Tag an, unteilbare Hochachtung vor Krähen und Nebelschwaden. Ich rede von Nebel und Krähen, wenn von Leichtigkeit und Erdschwere die Rede ist, vom Verschwinden der Dinge in den Nebel hinein. Das Wundersame ist im Nebel zugleich von seinem inneren Geheimnis befreit, keine Alltäglichkeit mehr. Am schönsten ist mir im Nebel, wenn Krähen schreien, die nicht zu sehen sind und im Nebel gar nie nach wem rufen. Nebelkrähen sah ich. Nebelkrähen sollen also bis an mein Lebensende meine Schicksalsvögel bleiben. Nebelkrähen begleiten mich durchs Leben. Ich werde im Nebel befruchtet, durch Nebel gezeugt. Nebelschwaden sind die Fruchtblase, in der ich geworden bin. Im Nebel weiß ich den Vater geborgen, von dem niemand weiß. Im Nebel weiß ich die Mutter hinterlegt, die vergessen hat, wer ich bin. Ein aus dem Nebel gekrochener, nicht aus dem Gebärtrakt der Mutter gepresster Erdenbürger bin ich.

Im März dieses Jahres wurde im hessischen Bromskirchen der Hungertod der vierzehn Monate alten Jacqueline bekannt. Das Mädchen wog mit sechs Kilo nur noch halb so viel wie andere Kinder in ihrem Alter. Das Kind hatte seit Monaten keinen Arzt gesehen.

ES IST SPÄTER HERBST. September. Oktober. November. Es kann Januar, Februar, Juni, Juli, August sein. Es schneit nur in der Erinnerung so mütterlich sanft. Wir schreiben das Jahr 1954. Ich bin geboren. Der Krieg ist neun Jahre vorbei. Der Krieg ist nie vorbei, sagt der Verstand. Der Schutt ist großteils beiseite geschafft worden. Hinterm Dorf, hinter der Stadt, hinter den Metropolen, wo Kuhlen ausgehoben werden konnten, liegt der Schutt zu Bergen aufgeschüttet. Berge, die zum Landschaftsbild dazugehören. Wie all die Kriege, die in der Welt geführt werden, ununterbrochen, seit ich in diese Welt hineingeraten bin. Warschauer Pakt. Nationale Volksarmee. Aus Einheiten bestehender Bauch meiner Mutter, ich in ihm kaserniert. Berufswunsch: Volkspolizist. Im Bauch der Sowjetunion, die meiner Mutter weitreichende Souveränitätsrechte gewährt. Von der Mutter Richtung Westen verlassen, im Kleinkinderheim verblieben, auf den zwanzigsten Parteitag der KPdSU zu.
Der Wagen heißt Tschaika wie Seemöwe. Viertürig oder fünftürig. Ich kann es nicht mehr sagen. Hat an die zweihundert Pferdestärken unter der Haube, prahlt stolz ihr Fahrzeuglenker. Höchstgeschwindigkeit hundertsechzig Kilometer die Stunde, die ist er auf einem Fluggelände voll ausgefahren. Ein Gefühl kann er sagen, sagt der Kraftfahrer und knutscht sich im Spiegelbild, dass es laut schmatzt. Durchs ganze Land würde er mich am liebsten chauffieren, abheben, aufsteigen, die überall-Ruh` der Wipfeln stören, den Krähen es zeigen, ihnen den Fliegermarsch blasen: Kerzengrad steig ich zum Himmel, flieg zur Sonn direkt, unter mir auf das Gewimmel, pfeif ich mit Respekt. Hipp, hipp, Hurra.
Frage: Stimmt es, dass der Stachanow-Arbeiter Iwan Iwanowitsch Iwanow auf der Allunionsaustellung in Moskau ein Automobil der Luxusklasse Seemöwe gewonnen hat? Antwort: Im Prinzip ja aber, es handelte sich nicht um den Stachanow-Arbeiter Iwan Iwanowitsch Iwanow, sondern um den Alkoholiker Pjotr Pjotorwitsch Petruschkin und der hat kein Automobil der Luxusklasse Seemöwe gewonnen, sondern ein Fahrrad gestohlen.
Aus dem Schneefall hervor klatscht Schnee gegen die Scheiben. Novemberschnee, Novemberschnee, jubelt das Kind, das im vierten Jahr seines Lebens partout nicht redet, in sich gekehrt erscheint und alles versteht, jedes Wort aufnimmt, und eines auch weiß, dass nämlich der neugierige Schnee mitgehört hat, nunmehr das in sich hinein stummende Kind, die muttervaterlose Waise ansehen will und herzlich begrüßen.
Es schneit ins Wageninnere meiner Kindheitslimousine hinein. Schnee fällt innen wie außen. Mein Leben kennt keine andere Jahreszeit als den Winter. Das Jahr hindurch herrschten Vorwinter, Winter, Nachwinter. Die Jahre stehen wie Schneemänner in Reihe mit nichts angekleidet als löchrigen Töpfen auf ihren Köpfen und Rüben, wo sonst Nasen im Gesicht stecken. Und ewig ist da Nebel um mich herum. Nebelschneejahre. Schneenebeltage geben mir Statur. Ich richte mich an Hirngespinsten auf. Mir ist keine Tür zu einer Limousine von einem Chauffeur aufgetan worden. Viele Türen blieben dem Ankömmling verschlossen, dem Kind verboten. Ich sehe mich an die Hand genommen, in hinteren Winkeln; in Räumen ohne Glanz. Alltag und Rhythmus. Sammeln und Hände fassen. Anmarschieren, abmarschieren, stehen, auf der Stelle treten, links um, rechts um, drei Schritte vor, zwei zur Seite, Hände von einander lösen, hinterm Stuhl die Lehne mit beiden Händen fassen, aufhören zu sprechen, nicht grinsen, ruhig zum Stuhl gehen, nicht laufen, auf seinem Stuhl Platz nehmen, nach vorne sehen, auf den eigenen Teller blicken, den Löffel erst benutzen und anfangen mit dem Essen, wenn es gesagt wird. Alles auf dem Teller Befindliche schön brav aufessen. Sitzenbleiben, bis der Letzte mit seinem Essen fertig ist. Formeln des Dankes sagen. Antreten, abtreten, aufs Zimmer gehen, mit dem Bettenmachen fertig werden, auf Kommando einschlafen, nach dem Erwachen zur Toilette gehen. Nicht alle zugleich an einem Waschbecken stehen. Zurück und Haare kämmen. In drei Minuten auf dem Flur sein.
Um zu wissen, was mit mir war, gehe ich durch hermetische Barrieren in gesicherte Strukturen, mir meiner Erinnerungen sicher zu werden, Beleg zu erlangen, wo nicht die Spur von Gold an den verbotenen Räumen nachweisbar ist und es an Zuneigung mangelt, Zuneigung nicht gibt und auch sonst keinen Freiraum die Jahrzehnte lang bis in die heutige Zeit hinein. Du bleibst vor Erinnerungspforten, vor verschlossenen Türen, vor Toren von Unmöglichkeit, weil der Alltag Trott und Vorschrift war. Du hast funktioniert, in den angesagten Freizeiten in Gruppe Bastelarbeiten absolviert, solange war dein Heim ein Kuvert mit einem glatten Siegellack versehen. Solange war dir nicht nach Arrest.
Sich der Zeit zu erinnern meint, auf mit Verschwiegenheit ausgelegte Gehwegplatten geraten, die Jahre der Isolation überwinden, schreibend die nicht überwundenen Tore, Pforten, Schranken und Türen endlich aufzutun und einzutreten in die wahre Identität. Tritt ein in den Dom, durch das herrliche Portal, tritt ein, alle verrückte Tage einmal, tritt ein, in deinen staubigen Schuhn, oh tritt ein, ein paar Minuten zu ruhen, tritt ein in den Dom, kleiner Mensch, tritt ein, hier umfängt dich die Stille, jede Pupille wird weiter, riesig wird jede Pupille und erstrahlt in den Farben der Fenster. Weiter wird jede Brust, hier atmet man Größe, Größe atmet man hier. Und ein Chor singt: das Heim haben Menschen errichtet, a, a, den Schritten das Schreiten zu lehren, die Größe des Menschen zu ehren.

Celestine erträgt Handwerkermärkte nur schwer. Als die zwölfjährige Berlinerin vor ein paar Monaten in einem Bauhaus war, sah sie in den langen Regalen ein silberfarbenes Klebeband liegen - und musste das Gebäude sofort verlassen. Das Klebeband erinnerte sie an ihr Martyrium, das sie einst mit knapper Not überlebt hat. Weil sie so laut war, hatten ihre Eltern ihr wochenlang, vielleicht länger, mit einem solchen Tape den Mund zugeklebt. Es blieb nur ein kleines Loch, damit sie noch atmen konnte.

DIE VERNUNFT VERDAMMT das von mir erinnerte Bild im großen Luxuswagen vorgefahren worden zu sein als Einbildung. Dreizehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wird kein vierjähriger Schutzbefohlener in luxuriöser Würde von einem Kleinkindkinderheim ins nächste Vorschulkinderheim chauffiert. Ich aber will mir die Einbildung nicht aus dem Kopf schlagen. Ich will nicht als die schweigende Waise auf einem knatternden Motorrad hinter diesem Ledermantelmann geklemmt ins Kinderheim gebracht worden sein. Ich bin auf keinem Krad herangekarrt worden. Ich fahre Limousine. Ich bin ein Waise. Das Motorrad ist durch die Limousine ersetzt. Die Erinnerung übermalt. Bockig widersetze ich mich der Vernunft. Bockig bestehe ich auf die mit sechs oder dreizehn Seitentüren versehene Kabrio-Limousine unter meinetwegen einem automatischen Verdeck, das sich nach Herzenslust schließen und öffnen lässt, auch wenn man im Zusammenhang mit der in der Sowjetunion gebauten fahrenden Seemöwe nichts von einem Schiebedach weiß. Wann immer ich Lust darauf verspüre, stehe ich auf dem Hintersitz. Wann immer ich will, schiebe ich das Dach auf und zu, dass der liebe Schnee zu mir findet und flockt, mit mir auf dem Hintersitz tollen kann. Ich rücke mit meinen Erinnerungen gegen jedwede innere Vernunft vor. Wunschdenken verhilft mir als vierjährigem Jungen zu Beginn meiner Erinnerungsreise gegen alle Vernunft in die eingebildete Limousine. Ich mag nicht mit einem Sammeltransporter, in keinem Kranken- oder Viehwagen gekarrt oder in einem gewöhnlichen Überlandbus ins Kinderheim transportiert worden sein.

WENN ICH DER LEIBLICHEN MUTTER etwas verdanke, dann mein intimes Empfinden für Schnee, das ich meine Schneesensibilität nennen möchte. Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter, der Frühling bringt Blumen, der Sommer den Klee, der Herbst bringt Trauben, der Winter den Schnee. Ich sitze am Fenster und sehe zum Garten meines ersten Kinderheimes hin, wo seit Tagen Schnee aus allen Wolken herabfällt, wo Schnee auf Schnee liegt und kleine Vögel zu beobachten sind, die im Schnee kein Futter vorfinden, sich um das Vogelhaus herum versammeln, sich von den Sonnenblumenkörnern im Schmalztopf ernähren. Schmalz von mir unter den wachsamen Augen der Köchin mit Namen Frau Blume ausgelassen und in den Blumentopf eingelassen, mit Sonnenkörnchen versehen.
Am Schreibtisch über der Schreibarbeit zerplatzt der Traum von meiner Limousine, wie alle schönen Träume von einem schöneren Dasein der Wahrheit gestundet platzen sollen, rund um unseren Erdball, egal wie oft und wie fest von den Menschen in Hoffnungslosigkeit geträumt.
Ich komme an. Wie eine Ware angeliefert, werde ich vor das Kinderheim gefahren, das ich als Bühne erlebe. Egal von welcher Seite ich mich in meine Anfangsjahre hinein versetze, Schnee fällt und rot wie Blut sind die Backsteinziegel des Hauses.

Der Vorhang öffnet sich zur kleinen Bühne, auf der es zu schneien beginnt. Blutrot ist die Bühne in glänzenden Stoff gehüllt. Als blickte ich in den aufgerissenen Mutterbauch, die Mutterhöhle. Der Ledermantelmann fährt vor. Ich höre den Ton seines Fahrzeuges von hinter der Bühne her. Das Geräusch hat sich über die Jahrzehnte allmählich von dem eines Motorrades zu dem einer Limousine verändert. Eine dreistufige Steintreppe, auf ihr drei Frauen in Weiß stehend, wird von kräftigen Bühnenarbeitern vor die Hausfassade geschoben. Der wuchtige Ledermantelmann, bis zu den Waden in schweres Leder gehüllt, tritt auf und zieht diesen kleinen Jungen hinter sich her, der vier Jahre alt ist, der ich bin. Ich werde vom Ledermantelmann vor das Heim geführt, vor dem ich erst wieder dreiunddreißig Jahre später, nur wenige Monate nach dem Fall der Mauer in Berlin, so neugierig und fassungslos stehe. Ich gehe an der Hand des Ledermantelmannes, der ein Berg ist, dessen Gipfelkopf ich nicht sehe, wie sehr ich mich auch mühe, mir den Hals verrenke. Er zieht mich nach, schleppt mich im Tau, betätigt nicht einmal eine Klingel. Ihm wird die Tür aufgetan, bevor wir auf der Treppe sind.
Der Ledermantelmann wünscht den Frauen einen schönen Tag. Ich will nicht sehen müssen. Ich dränge mich hinter den Ledermantelmann, der ein Etui zückt, in dem sich Tabak und Papier befinden, woraus er sorgsam eine Zigarette dreht. Schneeweiß liegt die Selbstgedrehte in der Hand des Ledermantelmannes. Schneeweiß glüht sie zwischen seinen Fingern, wenn er mit dem Arm gestikuliert. Das alles sehe ich und sehe ich nicht, obwohl ich fast nichts von allem sehe. Josephimonat März, sagt der Mann, stößt Rauch zu seinen Worten aus. Rauch, der in turbulenter Strömung über dem kopflosen Mann in krauser Bewegung aufsteigt, über dem Schulterbuckel instabil wird und im Dunst des Tages verschwindet. An Gregor kommt die Schwalbe über des Meeres Port. An Benedikt sucht sie im Haus ihren Ort. An Bartholomäus ist sie wieder fort. Alte Bauernregeln, sagt der rauchende Mann, sagt, dass man am Neunzehnten des Monats ins Freie treten soll, um den Himmel anzuschauen. Ist er klar, bleibt er es im ganzen Jahr.
Die korpulente Frau nickt: Wenn Sie es sagen. Sie haben sich noch nie geirrt. Der Mann pafft und redet und pafft. Die Zigarette hört nicht auf zu qualmen. Die Erzieherinnen lächeln wohlgefällig. Sie wollen das Kind des Tages in Empfang nehmen. Den lütten Butscher häw ick bi, sagt der Ledermantelmann. Greift hinter sich ins Leere, weil ich mich seinem Greifversuch entziehe, der plumpen Hand ausweiche. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Es gelingt mir nicht, in den Mantel einzusteigen, der aus einem harten, störrischen Material gegossen scheint. Nicht einen Spalt kriege ich zu fassen. Nirgendwo hinein kann ich mich verkriechen.
Nix da mit Verstecken. Frisch hergezeigt, was für ein Prachtkerlchen du bist. Mit der Griffsicherheit des Mannes, der einen zappelnden Dorsch bei dessen Kiemen packt, fasst der Mantelmann mich beim zweiten Versuch hinterrücks, zieht mich hervor, präsentiert den Fang den erstaunten Erzieherinnen, die ihre Hände an die Wangen schlagen, aus einem gemeinsamen Mund rufen: Nicht doch, dieser da, wohl nicht der. Man verabschiedet den rauchenden Mann so rasch es geht. Man führt das Kind in sein neues Reich. Ein wohlriechendes Heim. Das empfindet das Kind augenblicklich. Dünn bin ich. Unglaublich zurückgeblieben, schimpft mich die Heimleiterin. Zurückgeblieben bin ich, denkt der Junge, der ich bin.
Die Kunde, dass dem Haus ein Zurückgebliebener gebracht worden ist, ruft Personal um den Neuankömmling herum, der im Mittelpunkt des unverhohlenen Interesses steht: Ich finde, der Kopf passt nicht zum Rest. Gott, schaut euch nur die Füße an. Was für dünne Ärmchen der hat. Ich finde seine Ohren schön. Schaut! Die Rippen erst. Die Erzieherinnen stehen mit schief zur Seite gelegten Köpfen vor mir. Sie blicken von ihren zur Seite gelegten Köpfen aus an mir herunter, herauf. Sie heben mich an. Wie leicht er ist. Wie eine Feder; man spürt kaum was auf seinem Arm.
Der Kopf auf meinem Hals ist deutlich zu groß. Der Körper zum Kopf ist spindelmickrig und dürr. Sie nennen mich Spinne. Sie rufen mich der dünnen Ärmchen, Beine wegen Wagenknecht, Gottesanbeter. Ich werde in die Wanne gestellt, mit harter Bürste geschrubbt. Mir werden die Ohren durchgepustet. Ich bekomme die Haare geschnitten, die Fingernägel gestutzt. Der Doktor kommt. Sie streichen mir liebevoll das Haar. Sie wollen mir die Angst vor dem Doktor nehmen, der einen schneeweißen Unschuldskittel trägt. Andere Kinder schreien, dass der Doktor den Kittel auszieht. Bei mir löst der weiße Kittel keinerlei Angst aus: Du bist wohl Kittel gewohnt?
Sie fassen meinen rechten Arm am Handgelenk. Sie sagen das Wort Mutter. Sie fühlen meinen Puls. Er regt sich nicht, bleibt konstant, wenn sie das Wort Mutter aussprechen. Das Wort Mutter ist ein meine Person nicht erregender Begriff. Das Wort fliegt durch meinen Kopf hindurch wie ein Pfeil durch eine leere Halle. Mit den Worten Wiese, Strand, Ball, Haus weiß ich mehr anzufangen. Wiese ist Spiel und Bienengesumm, im Freien essen.
Die Liste fälliger Reparaturen ist lang. Ich stehe nackt vor dem Doktor. Der Doktor fordert mir ab, kräftig durchzuatmen, die Luft in meiner Lunge zu stauen. Der Doktor betastet mich von Halswirbel zu Halswirbel, die Wirbelsäule entlang bis zu den Pobacken, mit spitzen Fingern die Innenschenkel entlang. Er prüft meine Waden, Knöchel, drückt mir in den Bauch, sucht mit den Fingerkuppen hinter meine Rippen zu kommen, presst seinen Fingerballen in meine beiden Schlüsselbeinkuhlen. Ich habe meine Zehen zu spreizen. Ich lasse mir den Kopf verbiegen, den Hals dehnen, stehe gerade, krumm, höre meine Gelenke knacken, bin Prozeduren gewöhnt, jammere nicht, tue wie mir empfohlen, schaue am Doktor vorbei, blicke den Frauen von oben herab auf ihre Blusen, Broschen, Finger, Hände, Röcke, Gürtel, Falten, Hüften, Stümpfe, Haar- oder Schuhspitzen. Tut das weh? Ich schüttle den Kopf. Tut das weh? Ich schüttle den Kopf. Tut das weh? Ich schüttle zu allen Fragen den Kopf. Ich sehe den Doktor bedenklich gucken, sich jäh abwenden. Er redet im leisen Ton. Die Erzieherinnen mustern mich, blicken den Doktor an, ehe sie gleichzeitig nicken. Eine Erzieherin schnäuzt in ihr Taschentuch und geht. Der Doktor bespricht die Befunde und gibt Taktiken vor. Drei Jahre heißt es, wird es dauern. Die Zeit ist bald um. Aus dem Zurückgebliebenen muss ein Nichtzurückgebliebener geformt sein, ehe ich ins Schulheim darf. Die Heimleiterin kommt hinzu: Reden magst du nicht? Nun gut. Mit niemandem? Ich bin die Bani. Darfst Bani zu mir sagen. Ziehst vor, zu schweigen? Ist manchmal besser, schweigsam sein. Der Fisch dort im Aquarium, hör nur, redet auch nicht viel.

Als Artikulationsorgane oder Sprechwerkzeuge bezeichnet man Körperteile, die für die Erzeugung von Sprache in Einsatz gebracht werden. Die Nase. Der Gaumen. Die Zunge. Der Rachen (Pharynx). Der Kehldeckel (Epiglottis). Der Kehlkopf (Larynx) mit den Stimmfalten oder Stimmbändern. Die Luftröhre (Trachea). Die Lunge und das Zwerchfell. Ihre Anordnung im menschlichen Körper ist von Bedeutung. Würde der Kehlkopf eines Hundes die Position wie die des Menschen einnehmen, so könnte der Hund ähnliche Laute produzieren. Laute sind Schallwellen. Um Schallwellen zu produzieren, setzt die Lunge einen Luftstrom in Bewegung. Laute werden produziert, indem Luft von der Lunge durch den Kehlkopf in den oberen Artikulationstrakt (Mund, Nase, Rachen) gedrückt wird. Man nennt diesen Luftstrom egressiv. Der egressive Luftstrom wird in Schwingungen versetzt. Die Schwingungen entstehen im Kehlkopf. Knorpel lenkt die Schwingungen der Stimmbänder. Den Freiraum zwischen den Stimmbändern nennt man Stimmritze (Glottis). Stimmbänder und Stimmritze werden Stimmbildung, Tonhöhe und Lautstärke. Stimmhafte Laute, Vokale und Konsonanten wie [m], [b], [d], entstehen, wenn die Stimmritze zu einem Spalt verengt ist und die Stimmbänder schwingen. Mit Ausnahme von [n], [m] und [ŋ] sind alle Konsonanten und Vokale im Deutschen Orallaute. Der weiche Gaumen wird gesenkt. Die Luft will nun durch Mund und Nase entweichen. Es werden nasalisierte Vokale erzeugt. Der weiche Gaumen wird gesenkt. Der Mund ist geschlossen. Die Luft fließt durch die Nase. Es werden nasale Konsonanten [n] und [m] gebildet. Die Lippen legen sich aufeinander, [m] und [p] können manipuliert werden. Die Lippen klaffen weit, [u] und [o] die Worte Uhr und Ort entstehen. Der Unterkiefer dirigiert die Lippen. Die Zunge ist ein beweglicher Artikulator. Man kann die Zunge nach vorne schieben und nach oben drücken, für das [i] wird die Zunge nach hinten gestaucht für das [u] leicht angehoben, nach hinten und unten drückt der Mensch die Zunge, will er [a] sagen. Charakteristisches Symptom des Wohlbefindens bei Säuglingen ist das Lallen. Das Kind lallt aus einem spielerischen Selbstzweck heraus. Die endlose Wiederholung einzelner Silben, deren freie Modulation schaffen großartige Lallmonologe, die sich auf die Artikulationsorgane auswirken, sie trainieren, schleifen. Das Kind ist sein eigener Sprachpädagoge.

Sterbehilfe

Sterbehilfe

Kontroverse um BGH-Urteil

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnet die Entscheidung des BGH zur Sterbehilfe uneingeschränkt als wegweisend. Andere Politiker warnen jedoch davor, aus dem Urteil einen „Automatismus“ für andere Fälle abzuleiten.

Mehr erfahren:

http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E2D5C0D1B84934FBFBD25385CE52E5740~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

 

And the next Hope is a Lie

Closing Guantánamo Fades as a Priority


WASHINGTON — Stymied by political opposition and focused on competing priorities, the Obama administration has sidelined efforts to close the Guantánamo prison, making it unlikely that President Obama will fulfill his promise to close it before his term ends in 2013.

 Read more:

http://www.nytimes.com/2010/06/26/us/politics/26gitmo.html?hp
 
 

Mit Gott? - With God? Obama and the Apocalypse

Es ist die eine Art, so zu denken, wenn man nicht weiter weiss. Und die andere Art wäre, die Welt auzurufen, umzukehren vom Weg der Gier - ob gläubig oder nicht - und alle Hilfe anzunehmen, die zu bekommen ist.


Aber, verzweifelt schauen die Menschen auf das verdorbene Wasser...


Briallen Hopper

Posted: June 25, 2010 04:44 PM 
 

Obama and the Apocalypse: A Religious Response to the BP Oil Spill

As countless thousands of barrels of oil continue to spew into the Gulf of Mexico causing irrevocable damage to the ecosystem and the economy, most Americans are still trying to incorporate this unthinkable disaster into politics or business as usual. Some oil-dependent Americans are willing to accept our complicity in the devastation, but far more of us are facing the spectacular failures of our energy supply and our regulatory system with a familiar mixture of scapegoating and denial. Instead of seeing the connection between the gas in our cars and the oil in the ocean, we blame Obama or BP. A judge in New Orleans just blocked Obama's six-month moratorium on deepwater drilling, and apparently most Americans would support his ruling: according to a recent Reuters poll, a solid majority of Americans still believe deepwater drilling is necessary; only 38 percent think it's a bad idea.  

Read more:

http://www.huffingtonpost.com/briallen-hopper/obama-oil-spill_b_623563.html
 
 

Heute top - morgen Flop - heute Mittelstand - morgen Hartz IV

http://www.klaus-baum.info/2010/06/26/heute-bist-du-noch-mittelstandler-morgen-wirst-in-die-insolvenz-getrieben-ubermorgen-verbietet-dir-heinsohn-dich-zu-vermehren/


Heute bist du noch Mittelständler, morgen wirst in die Insolvenz getrieben, übermorgen verbietet dir Heinsohn, dich zu vermehren,

Juni 26th, 2010 · Beitrag kommentieren · Beitrag drucken Beitrag drucken

Das ging mir eben durch den Kopf als ich folgenden Bericht über die Praktiken der Buchhandels-Kette Thalia las:
http://siniweler.twoday.net/stories/6397064/
Unabhängig von der Diskussion unter dem Bericht ist Fakt, dass in Kassel seit Bestehen der Thalia-Buchhandlung vier traditionsreiche lokale Buchhandlungen geschlossen haben.


Samstag, 26. Juni 2010

Es gibt Vieles, das sich gegen Amerika einwenden läßt...

...und es gibt Einiges, das auch für die Menschen dort spricht. Zum Beispiel die folgenden Videos - warum bekommen wir so etwas nicht hin?








Autopsieberichte

http://mideastcenter.blogspot.com/2010/06/die-autopsieberichte-der-9-toten-der.html


Samstag, 26. Juni 2010

Die Autopsieberichte der 9 Toten der Mavi Marmara

Berichte der Gerichtsmedizin, welche heute veröffentlicht wurden, schockieren einerseits, aber andererseits bestätigen sie nur, was viele schon vorher berichteten - Die Menschen wurden gezielt hingerichtet. Viele der Menschen wurden, nachdem sie schwer verwundet wurden aus nächster Nähe erschossen.
Die 9 türkischen Toten wurden mit 31 Kugeln hingerichtet. also etwas mehr als 3 Kugeln pro Person. Hier die Auflistung aller Resultate:

1) Ali Haydar Bengi: In seinem Leichnam fand man ganze 7 Kugeln. Nachdem er bereits durch die ersten zwei Schüsse schwer getroffen wurde, gab man ihm mit 5 weiteren Kugeln den Rest.

2) Furkan Dogan (19): Der weitaus schwerste Fall - In ihm fand man 5 Kugeln: 2 im Kopf, 1 im Rücken, 2 in den Beinen.

3) Fahri Yaldiz: Wurde von 5 Schüssen getroffen und starb an innerer Verblutung.

4) Cengiz Akyüz: insgesamt 4 Schuss, davon 2 in den Kopf.

5) Ibrahim Bilgin: erlitt 3 tödliche Schüsse. Es wurden diverse Knochen und Kugelsplitter gefunden.

6) Necdet Yildirim: 2 tödliche Schüsse. Seine Rippen waren gebrochen und er hatte zahlreiche innere Verletzungen.

7) Cetin Topcuoglu: Ihn trafen 3 Schüsse aus etwa 1 Meter Entfernung. In seinem Leichnam fand man nicht identifizierte Fremdkörper.

8) Cevdet Kiliclar: Wurde durch einen gezielten Schuss genau zwischen den Augen getroffen.

9) Cengiz Songür: Wurde mit einem Schuss in den Rücken tödlich verwundet.

Auffällig sind die vielen direkten Todesschüsse. Man hat gar nicht erst versucht, durch gezielte, nicht tödliche Schüsse die Menschen "außer Gefecht zu setzen", so wie es jeder Polizist, Soldat etc. bei seiner Ausbildung lernt. Es wurden bewusst tödliche Schüsse abgegeben, was mit keiner Logik der Welt zu erklären ist - auch nicht mit Notwehr, denn das waren Elitesoldaten. 
 


Christliches und Menschliches - Nichts kapiert



Christen ! - nichts kapiert...

Es gilt sehr viel als christlich, das es eigentlich nicht ist. Goldmann Sachs Banker bilden sich ein, das Werk Gottes auf Erden zu verrichten, und was sich die Ölfirmen dabei dachten, sagten sie nicht. Es ist sehr wohl anzunehmen, dass sie ihr Tun und Lassen nicht als unchristlich empfunden haben. Trotzdem haben sie alle die Welt in die schlimmsten Krisen gestürzt, die sich je denken liessen - wenn sie überhaupt gedacht worden waren.

Jene, die damals lebten, als Jesus über diese Erde wandelte, würden unsere heutige Welt als unheimlich erleben und empfinden. Es wäre für sie genau jene Vorstufenzeit zu Gottes Gericht. Allerdings wäre dieser Zustand für jene schon seit einigen Jahrzehnten so, aber es dauerte ja auch viele Jahrtausende, bis die Welt in diesem perversen Zustand angekommen war, also hat Gott viel Zeit, um die verkommene Menschheit in eben dieser Entfremdung und Abartigkeit noch eine Weile heftigst schmoren zu lassen, bis er endgültig zuschlägt.

Die Antwort auf die Not der Welt hat der Mensch abgelehnt, nicht finden wollen, sogar bekämpft. Allen schien es angenehmer, die Irrwege weiter zu gehen, die auch Unschuldige dahin brachten, wo alle heute sind - abseits der Wege der Liebe und Selbstlosigkeit.

Mit Klage und Anklage ist es nicht getan, diese bringen zumeist nicht einmal eine halbwegs fruchtbare Diskussion hervor. Was unsere Kanzlerin bis heute nicht begriffen hat, wenn sie die Zustände in der Welt und im Land insbesondere moderiert, ist die Tatsache, dass es in der gesamten Perversion heute nicht daum geht, was die Eliten - die Besten der Besten - gewollt, oder abgelehnt haben, sondern, es geht um Ursache und Wirkung aus Entwicklungen und Ergebnissen der selben.

Immerzu wird gerne nach moralisch Schuldigen gefahndet, nach historischen Verfehlungen. Das aber verläßt sich darauf, dass diese Welt eine derartige Abrechnung zu leisten vermag, und das stimmt so eben nicht.

Alles was zu den Situationen heute geführt hat, war immerhin konsequent. Die Frage ist also, weshalb das so war, was gelernt wurde und was nicht, und was haben die Christen eigentlich aus dem Neuen Testament herausinterpretiert, dass sie so handelten und handeln, und eben nicht anders?

Alle haben sich nur das angeeignet, was zu ihrer Gesellschaft, ihrer Situation passte. Die Erfolge hieraus sind jene der europäischen, weissen Oberschicht. Sie haben sich nicht sonderlich um das Neue Testament geschert, sondern sich auf die Verheissungen des alten Testamentes verlassen. Ohne Ergänzung aus dem Neuen Testament ist dies aber genau jene Gebrauchsanweisung, mit der die Erde zur Beute wurde. Genauso ist es ja auch gekommen, und genauso wird die Erde, werden Menschen die nicht zur Oberschicht gehören, nach Gutdünken behandelt.

Zuerst gab es noch einige mildernde Spielregeln, die irgendwann auf alle Menschen ausgedehnt wurden. Inzwischen sind die Christen dabei, diese Spielregeln zu verwerfen und zu missachten.

Alles ist Kampf und Krampf in dieser Welt, auch das Leben der Oberschicht - wenn auch gesegnet von Gott, wie sie meinen. Zur Belohnung wird irgendwann Gott erscheinen, das Böse in der Welt ver- und aburteilen, es ausrotten, und sie alle an seine väterliche Brust nehmen.

Bis es so weit ist, predigen sie weiterhin in ihren evangelikalen Zirkeln gegen Obdachlose, Homosexuelle, ledige Mütter, Singles, und anderes, das ihnen missfällt, und worüber sie ihre Weisheiten aus der Bibel zusammenlesen. Die eigenen Fehler sind nicht so wichtig, denn irgendwie wurden sie ja - als Christen - von Gott bevorzugt, ist alles Gottes Wille was sie tun und lassen.

Die Gier war schon immer ein gern eingewobener Fehler im Ganzen, auch in Form der Gier nach dem Endreich Gottes. Da sich dies immer noch nicht einstellt, braucht die Gier andere Ventile, um sich zu entladen. Gegen alles andere, - eventuelle Nachfolge in Richtung der Worte Jesu - Bemühungen um die eigenen Mängel - gibt es Einwände, gegen dieses Anstrengendere gibt es tausende von Bedenken.

Dazu bedarf es dann eines Professors und Predigers der aus einem der früheren Balkanstaaten stammt, und - gottlob - lange genug bei uns hier tätig war, um ein bis in die tiefste Wolle durchgebleichter Christ geworden zu sein. Also, macht man einen Frauentag, und da sitzen sie, die mühselig Geladenen - auch mit ihren Kindern - und er redet davon, wie toll es in seiner Familie ist. Und er sagt diesen Frauen, was Sünde ist, und was nicht...

Was masst sich so ein Prediger eigentlich an? Und er redet davon, dass er und seinesgleichen auch bei der Politik vorstellig werden, Einspruch erheben gegen die sündigen Vorgänge dieser Zeiten. Da wo er herstamme sei früher so etwas wie Diktatur gewesen, aber Frauen konnten alleine des Nachts durch die Strassen gehen - die Sünde war nicht überall, wie heute...

So etwas scheint für Christen Anziehungskraft zu haben. den  da haben sie dann ihre Nischen, Bestätigungen auch, und wenn sie doch verfolgt werden, dann sind sie wenigstens Märtyrer. Das Soziale fand und findet überwiegend untereinander statt, und wenn gegenüber Anderen, dann nur Gott zu Liebe, und um den Glauben zu verbreiten.

Andere aber, mit ihren echten Empfindungen, Kritiken, wurden verlacht, im schlimmsten Fall verfolgt und vor allem verworfen. Und so ist heute auch keine Verwendung mehr für Leute wie Albert Schweitzer, oder gar einen heiligen Franziskus. Nein, Heilige und Bedenkenträger werden inzwischen abgewickelt, und irgendwie erledigt, falls so etwas Ähnliches auftaucht.

"Sorget Euch nicht", sagte Jesus, und er wusste was er tat. Zuviel materielle und erdbehatete Sorge verdirbt die Charaktere, und er behielt recht. Aber, wehe dem, der danach leben will! Der ist nicht stabil, nicht verläßlich für die anderen, nicht berechenbar gar, und will nichts beitragen zur sich abmühenden Gemeinschaft der Mehrwert anhäufenden Leistungsträger. Nicht umsonst wurde die Suche nach Vollkommenheit hinter Klostermauern eingesperrt, - wurde die Bergpredigt separiert und für die Alltags- und Regierungspraxis als untauglich verworfen, - die Bedürfnisse des Systems waren den Christen wichtiger.

Auch heute werden die Hetzparolen der Politiker und ihrer Lobbyisten in diesen Zirkeln weiter gereicht, statt entkräftet. Schliesslich hat es dieser Jesus ja auch nicht geschafft, gegen das System zu gewinnen, - es war Gottes Wille, dass er sich opfern musste. Folöglich ist auch heute Unterwerfung angesagt, sofern es nicht um den eigenen Glauben geht, - und opfern lassen sich besser die anderen. Damit ist dieses System gewähleistet, Ordnung muss sein, auch und gerade in diesen Kreisen.

Es ist aber genau dieses System, das wie eine schallende Ohrfeige zu dem ist, was Jesus einst sagte, - ein Hohngelächter seinen Worten,- und ein Widerstreit zu seinen Taten,- wie auch ein einziges, geballtes Widerwort zu seinen Verheissungen.

Aber, keiner der Kirchenoberen protestiert wirklich, begehrt auf,- sie taten es die Jahrtausende hindurch nicht, und tun es heute ebenso wenig. Sie nahmen sich eben ihre Freiheit, das System gut zu finden, und haben es verfestigt. Schliesslich braucht der Durchschnittsbürger etwas Gleichbleibendes, auch wenn es noch so bescheiden ist, und Gott läßt sich so verdammt viel Zeit...

Mit ihrer Erfindung der Kirchen waren sie genauso verlassen von jenem Jesus, der eigentlich nichts Wesentliches dazu sagte. Er hatte zwar etwas erwähnt von einem schmalen Weg, von schwierigen Verhältnissen bei der Erdenwanderung, aber das reichte den Christen nicht. Schlussendlich fühlten sie sich von Jesu im Stich gelassen, und wollten mitspielen an den überladenen Tischen und den segnenden Pfründen dieser Welt.

Sie borgten sich an KIrchen- und Jesuliebe-Verwaltung so einiges zusammen aus allen Kulturen, schafften ein wenig von der Barbarei ab,- nicht zuviel, das könnte auch wieder nicht gut sein zur Bewahrung des Eigenen vor den anderen,- und führte klammheimlich einige Neue dafür ein.

Mit dem Erstreben der Heiligkeit, mit dem Nacheifern Jesu für ein geheiligtes Leben hielt man sich nicht allzu lange auf. Unternehmertum und zu sagen haben in der grossen Welt war wichtiger. Und alles wurde in Erz gegossen und in Stein gemeisselt, während spitzfindig um jede Differenz der Lehre gerungen wurde - vordergründig. Hintergründig ging es um das Wohl jener, die sich Christen nannten,- und zwar gänzlich irdisch, und nicht jenseitig. Genau dabei wurde dann alle Lebendigkeit, alles was anders war, von jeher diesen Christen und ihren Abgesandten zur Vernichtung freigegeben. Sie fielen darüber her mit ihren Rittern, den Kreuzfahrern, mit ihrer Soldateska, mit Bankern und Schiffen die in die Welt gesandt wurden, mit Missionaren und Forschern. Das alles auch, damit die Christen auf ihre Kosten kamen, und viele sogenannte Heiden zu weiteren Christen mutieren lassen konnten.

Die besten Fachleute für die Ausbeutung der Welt, der Menschen, der Lebewesen, finden sich bei den Christen. Wo war nun der Glaube, dass diese Welt gut war, so wie sie sich damals den Menschen darbot?`Wo war der Glaube daran, dass diese Welt aber nur Wohlfahrt bietet, wenn sorglich mit ihr umgegangen würde.

Es war egal, Jesus war ja weg und kam nicht wieder, was sollte es also? Die selbstlosen Menschen wissen es genauso gut, wie die Schurken, dass die Armen bei Seite geschoben werden, oder vrenichtet. Gott will kein Leiden in seiner Welt des Heils, er segnet - und wem es schlecht ergeht, der ist eben nicht gesegnet. Und da ist es doch nicht schade darum.

Nein, die Armen, die Leidenden, die Elenden,- diese alle gehören für die Christen nicht wirklich in die Verheissung. Also, brachten die Christen die Treiberpeitsche und das Verderben, sie kamen mit Kanonen und Krankheiten.

Alles war ihnen und nur für sie gegeben, die gesamte Fülle der Welt. Es kümmerte sie nicht, was danach sein sollte - welches Danach? Alles war doch so riesig, so unendlich, und die Verheissung besagte dies doch auch - nie wird es aufhören - was schert da eine Zukunft, die doch auch verheissen ist.

Den Haken mit dem sorglichen Umgang mit der Erde,- mit der Barmherzigkeit,- mit der Selbstlosigkeit,- mit der Bescheidenheit, und noch so einige,- den hatte man rasch vergessen. Und so sucht man immer noch danach, dies zu verewigen,- samt dem Tanz auf dem schon ausspeienden Vulkan,- Gottes Gericht scheint immer noch  unendlich weit weg, und wenn, dann sind damit immer die anderen gemeint...

Oh, die Christen mischen überall mit, wo es um Wohlfahrt und Gerechtigkeit zu gehen scheint, sie suchen die Gemeinsamkeiten mit anderen, aber wer gegen den Fortschritt ist, - jenen gesegneten der Christen,-  der ist nicht wirklich christlich. Es wird weiter geplündert, bis die Welt in Fetzen fliegt, denn Gott wird es wieder richten, das ist doch seine Zusage. Und wenn doch nicht, - na, dann hatte man wenigstens eine geile Zeit..

Doch die Fragen der Zeit, nach der Zukunft der Menschen, drängten sich unverschämterweise immer mehr auf, pochten an die Kirchentüren, drängten hinein in die heiligen Hallen, und spülten die Gläubigen davon. Immer weniger Menschen konnten unter diesen Christen noch glauben, dass das tatsächlich das Richtige sei.

Inzwischen haben sich die räuberischen Systeme verselbständigt und funktionieren als Selbstläufer, auch aus Verzweiflung heraus. Der Glaube an einen Notausgang, an ein rettendes Gestade ist genauso verloren, wie so Vieles andere. Eine Umkehr wird immer wieder verbaut, und so muss der ganze Zirkus durchgestanden werden,- der Kelch wird über alle kommen und muss geleert werden, bis zur bitteren Neige.

Kapiert hat keiner dieser Christen etwas in den Jahrtausenden - weder von der Verheissung, noch von der Auserwählung. Erwählt sein - das bedeutete, etwas über das Göttliche wissen zu können und zu dürfen. Verheissung - eben, dass das Göttliche dann mit jenen ist, die es begreifen. Wie alles wurde auch dies pervertiert.

Menschen entschieden dann nach eigenem Gutrdünken, wer verworfen und wer erwählt sein sollte,- so wie man Posten und Pfründe vergibt. Sie entschieden nun selber, dass die Grosstaten des Göttlichen nur den verwöhntesten Kindern dieses - ihres - Gottes zustehen sollten.

Nein, Erwählung ist nicht dieses Privileg, und manchen dämmert es inzwischen, dass da gravierend alles falsch gelaufen ist. Keiner hat anderen etwas voraus,- und wenn, dann wäre es Verantwortung,- aber das ist immer noch zu unbequem um verstanden zu werden. Nur theoretisch ist der Dienst an den Unterdrückten, den Armen, den Geknechteten und Entrechteten, - heilig, in der Praxis ist das alles sehr fragwürdig.

Immer noch sind die Menschen weit davon entfernt, dass sie ihre Auserwählung,- dass sie ihre elitäre Stellung.- lediglich als Verantwortung zu begreifen haben, und als sonst nichts. Das aber wird als unmöglich erachtet, denn schliesslch dienen doch viele schon den anderen - oder etwa nicht?

Das mit dem Dienst ist auch nur eine scheinheilige Ausrede, hinter der die direkte Heuchelei sich verschanzt hat. Gerade mit dieser Heuchelei läßt sich wunderbar jede Grässlichkeit weiterhin an der Welt begehen. "Bedenke, Mensch, dass Du sterblich bist, und dies mag Dir manchmal wie Erlösung erscheinen, oder auch wie ein Fluch. Der Auftrag an Dich ist es aber nicht, danach zu leben. Denn, bedenke Mensch, dass Du vor der Sterblichkeit auch Leben bist, wie alle anderen auch,- und, dass es Dein Auftrag ist, mit diesem Leben eben allem Leben zu dienen, und nicht, es zu vernichten." Das ist der Auftrag, und nichts anderes.

Doch gerade der Moment der Sterblichkeit eint alle, egal wer wir sind, und es vereint uns mit allem, was auf diesem Planeten existiert. Genau das, und wie dem Leben in seiner Vielfalt und Lebendigkeit zu dienen wäre, das wurde nie verstanden. Stattdessen wurden die Menschen auf das Erbärmlichste abgespeist. Die Ergebenheit der Gläubigen war das As im Ärmel der Mächtigen, und für jene, die pausenlos auf die Erhöhung der Profitrate schielten.

Jesus war dabei nur eine zu vernachlässigende Grösse geworden, während die Christen sich mit Macht und Geld, mit Wohlleben und Reichtum gemein machten, wobei kein Raubzug zu gemein war,- und dies alles als Segen Gottes ausgaben. Mit ungeheurer Aggressivität und Penetranz dehnte sich das Modell des erfolgreichen Christentums über alles aus, was Lebendigkeit war und Erde hiess.

Und immer vergewaltigten sie sich erst selber, bevor sie andere damit traktierten. Gelernt ist gelernt - sozusagen. Schliesslich will der Platz im Himmel irgendwie erworben sein. Und so wird nun mit aggressiver Tüchtigkeit daran gearbeitet, dass die Weltmeere tatsächlich in nicht allzu ferner Zukunft kein Leben mehr enthalten. Und wenn sie den Rest auch noch plattmachen, was soll's? Der Himmel ist ihnen doch gewiss...

Doch genau dies ist der Offenbarungseid, den die Christen nicht kapieren. Sie waren es doch, die sich selber die Papiere ohne Wert auf die Ewigkeit ausgestellt hatten, - von vorne herein Genusscheine ohne Deckung,- und nun wollen sie diese auch noch ausbezahlt haben. Der Spiegel dazu bietet sich an, in der Wirtschafts- und Bankenkrise, da war es doch genauso. Und alle glaubten sie - daran, irgendwie Christen zu sein, und allen Widersprüchen zum Trotz das Richtige zu tun.

Sie merken, dass alles irgendwie nicht mehr stimmt - es hat noch nie gestimmt, aber nun versagen die Ausreden allmählich. Bisher handeln sie so, dass sie Gott - das Göttliche - das Leben selber, zum Joker machen wollen in ihrem verdorbenen Spiel. Und immer noch haben sie es nicht verstanden, dass ihnen nichts gehört - Null und Nichts, nada...

Alles hätten sie teilen müssen, sollen, jeden Tag und immer, mit allem Lebendigen, gleichermassen und ohne viel Auslese und Ausreden. Aber, das hatten sie nicht gewollt. Es wird kein geheimnisverwabertes Eingreifen geben, denn auch die Apokalypse bereitet der verblendete Mensch sich selber. Genau dies ist zu erkennen, und nichts anderes, und genau daraus müßte doch endlich die Erkenntnis erwachsen, dass das Leben für alle da ist, und nicht nur für einige.

Gerade das mit der Apokalypse sollte Warnung und Mahnung sein, und keine Verheissung für selbsternannte Christen. Es gibt keine Garantie...

Seid wachsam, mahnte Jesus. Auch das gehörte zur Verheissung, und nicht sich gehen zu lassen auf Kosten anderer, und allen Lebens dieser Welt. Wir haben alle unsere Sorglosigkeit, unsere Lebendigkeit verloren. Christen planen rationell, blenden zu viel aus, und reagieren blindwütig, wenn man sie daran hindern will.

Wir sind nicht im Dialog mit der Erde, sondern im verbissenen Schweigen und Vorgehen gegen sie. Genau das ist es, was sich ändern müßte. Aber, Christen wollen  sich nicht besinnen, das haben sie verlernt, also auf, zu neuen Raub- und Kreuzzügen.

Der Mensch, der Christ, nichts hat er gelernt, ausser seine Schlechtigkeit vollkommener zu machen. Gott hatte ihm einen sicheren Landeplatz danach ja verheissen. Was aber ist, wenn das nicht zutfrifft, weil eben wieder nichts kapiert wurde?